Working Mum oder Vollzeitmutter – Wie lange bleibe ich in Karenz?

Wie lange sollte ich als Mutter in Karenz bleiben?

Nimmst du das einkommensabhängige Karenz-Modell? Oder doch das neue Kindergeld-Konto? Welche Variante ist für eure Familie die finanziell lukrativste? Macht es dich glücklich Vollzeit-Mami zu sein oder fehlt dir die Arbeit vielleicht doch? Wie sieht es mit deinem Partner aus? Möchte er länger bei den Kindern bleiben? Wie wirken sich deine Karenzpläne auf deine Arbeitsstelle aus? Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich früh wieder zurück ins Arbeitsleben will? Oder altmodisch, wenn ich möglichst lange zu Hause bei den Kindern bleiben möchte?

UFF, ganz schön viele ernste Fragen auf einmal. Wenn man ein Kind erwartet sind Eltern aber tatsächlich mit diesen Themen konfrontiert und wollen, die für sie besten Entscheidungen treffen.

Welches Karenzmodell passt für meine Familie?

Wenn ihr ein Kind erwartet, wollen all die obigen Fragen beantwortet werden. Es ist nun wichtig, dass ihr euch als Familie zusammensetzt und gemeinsam EUREN WEG findet.

Vor allem 3 Kernfragen sind den meisten (zukünftigen) Eltern wichtig:

  • Welches Karenzmodell können wir uns leisten?
  • Was für ein „Typ“ Mutter bzw. Vater sind wir?
  • Wie stehen die Chancen auf mein Comeback im Job? Bzw. will ich überhaupt zurück?

Bevor wir auf die Fragen eingehen, sollen 2 ganz wichtige Dinge vorab gesagt sein:

  1. VERGLEICHT EUCH NICHT mit Freunden oder Bekannten und lasst euch nicht in eure Entscheidung zur Karenz reinreden! Es geht darum, was für EURE FAMILIE AM BESTEN PASST und SICH RICHTIG ANFÜHLT!
  2. INFORMIERT EUCH ZUR KARENZ! Es gibt bei allen Behörden, die mit dem Thema „Kind, Karenz und Finanzielles“ zu tun haben, Ansprechpersonen und sogar regelmäßig Informationsabende, wo ihr anrufen oder persönlich vorbeischauen könnt. Sprecht offen mit eurem Arbeitgeber über eure Vorstellungen zu Karenz und Wiedereinstieg. Es ist immer besser, wenn man weiß, woran man ist.

Welches Karenzmodell können wir uns leisten?

Es gibt in Österreich 2 Formen des Karenzgeldes (Kinderbetreuungsgeld):

  1. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld, welches ca. 80% des Letztgehaltes ausmacht und nur von Personen bezogen werden kann, die mindestens 6 Monate berufstätig waren.
  2. Das Kinderbetreuungskonto, welches unabhängig von einer vormaligen Erwerbstätigkeit bezogen werden kann. Allen anspruchsberechtigten Eltern steht ein Fixbetrag zur Verfügung, welcher 12.366,20 beträgt, wenn nur ein Elternteil das KBG bezieht ODER 15.449,28, wenn sich bei das KBG teilen.

Wenn ihr schon wisst, dass es unmöglich ist, dass ihr euch die Karenzzeit aufteilt, ist vermutlich das einkommensabhängige Modell besser. Je nachdem, ob die Frau berufstätig war und ein gutes Einkommen hatte. Und wenn ihr die Möglichkeit habt beide einen Teil der Karenzzeit bei eurem Kind zu bleiben, wäre vielleicht das Kinderbetreuungskonto eure Wahl.

Es gibt aber auch einen eigenen Kinderbetreuungsgeld-Rechner, der für jede Familie individuell die finanziell beste Variante errechnet. Falls es nicht ganz eure Sache ist, das selbst alles online auszufüllen bietet die Arbeiterkammer eigene Termine an, bei denen die wichtigsten Fragen zu Karenz und Kinderbetreuungsgeld geklärt und beantwortet werden.

Und nicht vergessen: auch während der Karenz und des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld darf ein bisschen dazu verdient werden 😊.

WELOVEFAMILY berichtete hier auch schon über Wochengeld, Karenz und Co.! Lest doch mal nach!

 Wie lange WILL ich in Karenz bleiben?

 Wir sind gut, ausreichend gut, und wir denken darüber nach, dass wir manchmal auch anders könnten und tun das auch, wenn es möglich ist. Und das ist alles, was zählt.“ (Susanne Mierau: „Warum Kinder keine Supermütter brauchen)

„Mumbashing“

Kennt ihr den Begriff „Mumbashing“? Es bedeutet das gegenseitige Bewerten und Verurteilen von Müttern und Vätern in sozialen Medien. Und kaum ein Thema wird mehr zur Angriffsfläche herangezogen als das Thema „Wie lange bleibe ich bei meinem Kind?“ Wenn man da so nachliest, kann es eigentlich niemand richtig machen, denn die Mütter und Väter, die mehrere Jahre bei ihrem Kind bleiben, werden als „Glucken“ bezeichnet und all jene, die schon nach kurzer Zeit in ihren alten Job zurückkehren, werden als Rabenmütter hingestellt. VERGESST AUF ANDERE MEINUNGEN UND HÖRT IN EUCH! WAS FÜHLT SICH FÜR EUCH GUT AN?

„Ich liebe mein Kind, aber ich möchte arbeiten“

Es gibt Mütter, die nach ein paar Monaten mit ihrem Baby schlichtweg einen anderen „Sinn“ im Leben vermissen und auch die Anerkennung und das Feedback durch Erwachsene brauchen. Wenn es also jemanden gibt, der für ein paar Stunden die Woche auf das Baby aufpasst (JA, schon kleine Kinder sind es gewohnt mehrere liebevolle Bezugspersonen zu haben, denn Bindung ist kein Mutter-Ding), geht doch geringfügig in der Karenz arbeiten. Oder besprecht mit eurem Chef, dass ihr schon nach einem Jahr wieder voll einsteigt. Und vor allem, freut euch darauf und fühlt euch nicht schlecht! Wenn ihr Bestärkung braucht, lest doch diesen Artikel von einer Mutter, die es satt hatte sich ständig zu rechtfertigen.

Eltern-Sein ist auch Arbeit

Und an alle Mamis, die es lieben Hausfrau und Mutter zu sein und eigentlich kein Bedürfnis haben arbeiten zu gehen: wenn das in eurer Lebenssituation möglich ist, dann tut es! Es bringt eurem Kind nichts, wenn ihr abgehetzt und unglücklich von der Arbeit nach Hause kommt, weil ihr das Gefühl habt ihr „solltet“ arbeiten gehen. Und nicht vergessen! IHR HABT DEN FORDERNDSTEN JOB, DEN ES GIBT 😊. Eltern-Sein!

Vergesst WAS DIE GESELLSCHAFT EUCH SAGT! HÖRT AUF EUER BAUCHGEFÜHL! FINDET DIE ENTSCHEIDUNGEN, DIE FÜR EURE FAMILIE MAßGESCHNEIDERT SIND!

Viele Väter haben heutzutage auch die Möglichkeit einen Teil der Karenz zu übernehmen. Für ein Kind ist diese besondere Zeit mit der Mutter UND DANN dem Vater ein großes Geschenk und eine Bereicherung. Also, traut euch!

Wie stehen die Chancen meinen alten Job zurückzubekommen? Und: will ich das überhaupt?

Viele Frauen und Männer sehen sich mit der traurigen Realität konfrontiert, dass sie zwar Anspruch auf Elternteilzeit haben, ihr konkreter Job aber mit dem geringen Stundensatz gar nicht möglich ist. Nun wird man in eine neue Position gequetscht, die einem so gar keinen Spaß macht und nicht liegt.

Was soll ich nun tun?

Besprecht schon vor dem Mutterschutz, wie es nach eurer Rückkehr aus der Karenz weitergehen könnte, welche Stundenanzahl wünschenswert und machbar wäre und klärt eure Vorstellungen ab. Jeder Chef/jede Chefin ist dankbar, wenn so früh wie möglich geplant werden kann. Und ihr vermutlich auch 😊.

Für alle Mamis und Papas ist es ein Riesenwunder und eine Riesenumstellung ein Kind in die Familie aufzunehmen. Die Zeit der Karenz verändert die meisten grundlegend und das eigene Kind hält einem unbewusst ständig den Spiegel vor. Viele Mütter denken seit langem zum ersten Mal wieder darüber nach was sie eigentlich wirklich wollen in ihrem Leben und auch was sie können. Viele fangen in der Karenz mit einer neuen Ausbildung oder Umschulung an und orientieren sich um. Es gibt auch einige Möglichkeiten eine finanzielle Förderung in der Karenz zu beantragen, um eine bestimmte Ausbildung zu machen (z.B.: beim WAFF = Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds).

Ihr seht, es gibt für jede Familie eine eigene Lösung 😊!

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