Behördenwege nach der Geburt: Wochengeld, Karenz und Co.

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Finanzielles und Behördenwege nach der Geburt

Das Baby ist da! Vielleicht herrscht ein bisschen Chaos in der Wohnung und der Ausnahmezustand wurde ausgerufen, aber die ersten Tage und Wochen nach der Ankunft des neuen Familienmitglieds sind auf jeden Fall etwas Besonderes. Dennoch sind einige administrative Sachen bereits wenige Tage nach der Geburt zu erledigen, welche wir im folgenden Artikel für euch zusammengetragen haben.

Eine Übersicht zu Familienbeihilfe, Karenz und Co.

Die 2 wichtigsten finanziellen Ansprüche, die mit der Geburt eines Kindes entstehen sind die Familienbeihilfe und das Kinderbetreuungsgeld.

Was ist nun als Erstes zu tun, um die finanziellen Bezüge auch tatsächlich zugesprochen zu bekommen?

Meldung der Geburt an die/den ArbeitgebrIn

In Österreich besteht 8 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen nach der Geburt der sogenannte Mutterschutz. In diesem Zeitraum zahlt die Krankenkasse das sogenannte Wochengeld und nicht mehr der/die ArbeitgeberIn. In diesen insgesamt 16 Wochen gilt Beschäftigungsverbot für die Arbeitnehmerinnen. Spätestens 8 Wochen nach der Geburt muss der/die ArbeitgeberIn über den Geburtstermin und die damit beginnende Karenzzeit informiert werden. Am besten in einem eingeschriebenen Brief. Daraufhin bekommt die Neu-Mama eine Bestätigung über Beginn und Dauer der Karenz.

Zum Thema „Wochengeld für arbeitslose Personen“, findet ihr auf der Seite der Arbeiterkammer hier einige Informationen.

Familienbeihilfe

Seit 2015 gibt es die antraglose Familienbeihilfe bei der Geburt eines Kindes. Da das Standesamt in der Regel innerhalb einer Woche nach der Geburt des Kindes über dessen Daten und die der Eltern informiert wird, sind diese dann im Zentralen Personenstandregister (=ZPR) gespeichert. Das Bundesministerium für Inneres sendet diese Informationen an das Finanzamt weiter und dieses zahlt schließlich die Familienbeihilfe aus. Für das Jahr 2018 beträgt die Familienbeihilfe, welche sich jährlich neu berechnet und angepasst wird folgendes:

Alter des Kindes Betrag pro Monat
ab Geburt 114,00 Euro
ab 3 Jahren 121,90 Euro
ab 10 Jahren 141,50 Euro
ab 19 Jahren 165,10 Euro

QUELLE: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/8/Seite.080714.html

Bei Vorliegen einer Behinderung von mindestens 50% und der Situation, dass das Kind dauerhaft nicht imstande sein wird, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, gilt ein höherer Satz für die Familienbeihilfe.

Die Auszahlung der Familienbeihilfe erfolgt monatlich frühestens am 6. Des Monats.

Antrag auf Kinderbetreuungsgeld (Karenzgeld)

Das Kinderbetreuungsgeld kann frühestens am Tag der Geburt beantragt werden. In der Regel ist entweder die Gebietskrankenkasse bzw. der Versicherungsträger, von welchem das Wochengeld bezogen wurde der richtige Ort, um den Antrag auf Kinderbetreuungsgeld abzugeben. Dieser kann persönlich, schriftlich oder elektronisch (mittels Bürgerkarte oder Handy-Signatur) erfolgen. Bald-Mamas, die Wochengeld beziehen, bekommen den Antrag meistens auch mit der Post zugesandt. Der Antrag muss vollständig und im Original an die richtige Stelle gehen, da er sonst nicht bearbeitet werden kann.

Seit März 2017 wird zwischen 2 Bezugsvarianten unterschieden:

  • Kinderbetreuungskonto: es gibt nun eine fixe Summe pro Kind, die von der Bezugsdauer unabhängig ist. Die Dauer des Bezuges kann folgenderweise festgelegt werden:

– 365 Tage bis 851 Tage, wenn nur 1 Elternteil bezieht oder

– 456 Tage bis 1.063 Tage, wenn beide Elternteile in Karenz bleiben.

Wer nimmt
KBG-Konto in Anspruch?
KBG Gesamtbetrag mögliche KBG
Bezugsdauer *
 KBG – Tagsatz
Betrag pro Tag **
(je nach gewählter Bezugsdauer)
1 Elternteil  12.366,20 Euro von 365 Tage
(12 Monate)

bis 851 Tage
(28 Monate)
max. 33,88 Euro

mind. 14,53 Euro
2 Elternteile  15.449,28 Euro von 456 Tage
(15 Monate)

bis 1.063 Tage
(35 Monate)
max. 33,88 Euro

mind. 14,53 Euro

QUELLE:https://www.arbeiterkammer.at/beratung/berufundfamilie/kinderbetreungsgeld/KBG_bei_Geburten_ab_01.03.2017.html

Bei Fragen zum Kinderbetreuungsgeld – Konto ist die Arbeiterkammer eine sichere Informationsquelle. Dort finden auch regelmäßig Vorträge zum Thema „Finanzielles rund um die Geburt“ statt.

  • Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Diese Bezugsvariante gilt nur für jene, die mindestens 6 Monate vor der Geburt des Kindes einer sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit in Österreich nachgegangen sind.

Bezugsdauer
à wenn nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld bezieht, bis zur Vollendung des 12. Lebensmonat des Kindes.
à wenn der zweite Elternteil auch beziehen will, höchstens bis zur Vollendung des 14. Lebensmonat des Kindes.

Das Einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld ist primär für jene Eltern gedacht, die sich nur kurzfristig aus dem Erwerbsleben zurückziehen und keine großen finanziellen Einbußen machen wollen. Die Höhe des Einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes entspricht ca. 80% der Letzteinkünfte bzw. maximal 66 Euro pro Tag, was wiederum maximal 2.000 Euro im Monat entspricht.

Weitere Informationen zum Thema Kinderbetreuungsgeld und welche Variante für einen selbst am passendsten ist, findet man auf folgenden Internetseiten:

Bundesministerium für Frauen, Familien und Jugend
Help.gv.at
Wiener Arbeiterkammer 

Weiters gibt es ein sehr hilfreiches Werkzeug, um sich auszurechnen, welche Bezugsvariante für die individuelle Situation am besten passt: der Günstigkeitsrechner.

Ein Zuckerl zur Geburt des Kindes: Der Windelrucksack

Die Stadt Wien verschenkt gegen Vorlage des Mutter-Kind-Passes einen Wickelrucksack, der vollgefüllt ist mit Kleinigkeiten zur Geburt: ein Häubchen, ein Body, eine Windel und Feuchttüchern. Aber auch eine dicke Dokumentenmappe mit allen wichtigen Informationen für Eltern sind in dem Rucksack enthalten. Ebenso ein 100 Euro – Windelgutschein, welcher dabei unterstützen soll, dass Eltern wieder neben Wegwerfwindeln auch Stoffwindeln in Betracht ziehen bei der Hygiene ihres Kindes.

 

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