37. Schwangerschaftswoche

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    In der 37. Schwangerschaftswoche fühlen viele Schwangere eine enge Bindung zu ihrem Baby im Bauch und können es kaum mehr erwarten, es endlich in den Armen zu halten. Bis dahin dauert es aber noch ein bisschen!

    Wissen ist Macht! Je mehr du über deinen Körper und die Vorgänge bei der Geburt jetzt schon Bescheid weißt, umso sicherer bist du und kannst dich voll und ganz deiner großen Aufgabe widmen: ein Kind zur Welt zu bringen! Wie es funktioniert, wenn es wirklich los geht, erfährst du hier:

    Die unterschiedlichen Phasen der Geburt

    Grundsätzlich verläuft eine Geburt in 3 Phasen (wenn sie nicht durch einen Kaiserschnitt abgekürzt wird): Die Eröffnungsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase.

    Die Eröffnungsphase

    Die Eröffnungsphase dauert in der Regel mehrere Stunden und hat zum Ziel, den Muttermund auf 10 cm zu öffnen. Dies geschieht mittels Wehen. Die Eröffnungsphase ist wiederum in 3 Schritte eingeteilt.

    1. Latenzphase:

    Während der Latenzphase öffnet sich der Muttermund von 2 cm auf 3-4 cm. Du spürst leichte Wehen, die Regelschmerzen sehr ähnlich sind. Diese sogenannten Eröffnungswehen kommen alle 5-20 Minuten und dauern ca. 1 bis 1 ½ Minuten. Da die Latenzphase insgesamt bis zu 8 Stunden dauern kann, solltest du dich jetzt nach Möglichkeit entspannen, einen leichten Spaziergang machen (nicht zu weit weg) oder ein Bad nehmen. Sorge dafür, dass du auf jeden Fall deine Kräfte schonst – du brauchst sie noch. Jetzt kann es sein, dass deine Fruchtblase platzt: Anders als in Hollywood-Filmen ist es kein Schwall von Wasser, sondern eher als ob du kurz urinieren würdest. Die Flüssigkeit ist klar – sollte sie grünlich sein, oder sogar Blut ausfließen, gib sofort deinem Arzt/deiner Ärztin Bescheid.

    Kommen die Wehen in kürzeren Abständen von 5-8 Minuten und werden sie immer intensiver, solltest du dich auf den Weg ins Krankenhaus machen.

    1. Aktivphase:

    Jetzt kommen die Wehen schon viel stärker und in kürzeren Intervallen: Alle 3-4 Minuten zieht sich die Gebärmutter zusammen mit dem Ziel, den Muttermund auf 8 cm zu öffnen. Dieser Vorgang ist mitunter schmerzhaft. Wende deshalb die Atemtechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs an und versuche, dich zwischen den Kontraktionen so gut es geht zu entspannen. Vergiss nicht, viel zu trinken und regelmäßig deine Blase zu entleeren.

    Du kannst jetzt deine Hebamme oder deinen Arzt/deine Ärztin um Schmerzmittel bitten. Außerdem kann ein Narkosefacharzt jetzt auch eine PDA setzen, um die Schmerzen ganz auszuschalten.

    1. Übergangsphase

    In der Übergangsphase öffnet sich der Muttermund endgültig. Es ist die intensivste Phase der Geburt. Wenn dir jetzt zum Schreien, Heulen oder Lachen ist, dann lass diese Emotionen zu. Hebammen raten: Je mehr du dich hingibst, umso positiver wird der Geburtsvorgang.

    Die Austreibungsphase

    Nach der Eröffnungsphase der Geburt beginnt die sogenannte Austreibungsphase: Dein Baby kommt auf die Welt. Diese Phase wird von den Presswehen gekennzeichnet, denn das Baby schiebt sich jetzt in den Geburtskanal und deine Aufgabe liegt im Pressen. Es dauert nicht mehr lange, bis du dein Baby endlich in den Armen halten kannst ­– du brauchst ca. 1 bis 2 Stunden beim ersten Kind und 20 Minuten beim 2. oder 3. Kind. Die Presswehen kommen im 1-2 Minuten Takt und verlangen dir noch einmal alles ab. Du mobilisierst ungeahnte Kräfte! Sobald der Kopf deines Babys sichtbar ist, weil er aus dem Muttermund hervortritt, darfst du nicht mehr pressen. Der Muttermund muss sich langsam dehnen, um Platz zu machen. Ist der Kopf (der größte Körperteil deines Babys) geboren, rutscht der Rest nach. Geschafft! Dein Baby ist da!

    Die Nachgeburtsphase

    In der Nachgeburtsphase muss die Plazenta aus deinem Bauch heraus. Dazu bekommt man meist das Hormon Oxytocin verabreicht, damit sich die Gebärmutter zusammenzieht und die Plazenta durch den Geburtskanal drückt. Die Hebamme kontrolliert, ob sie vollständig ist, damit es durch eventuelle Rückstände nicht zu Entzündungen kommt. Du selbst bekommst von all dem wahrscheinlich nicht viel mit, weil du so sehr mit deinem Neugeborenen beschäftigt bist!

    Dein Baby in der 37. Schwangerschaftswoche

    37. Schwangerschaftswoche
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    Dein Baby misst in der 37. Schwangerschaftswoche ca. 49 cm vom Scheitel bis zur Sohle und wiegt inzwischen um die 2.950 Gramm. Das Lanugo-Haar verschwindet und die Käseschmiere löst sich auf. Möglicherweise schluckt dein Baby kleine Mengen davon und scheidet diese später beim ersten Stuhlgang wieder aus. Es kann sein, dass dein Baby schon ziemlich lange Haare (bis zu 2,5 cm) am Kopf hat, die allerdings nichts mit seiner endgültigen Haarfarbe zu tun haben werden. Da dein Baby mit dem Kopf in deinem Becken lagert und es sich nicht mehr viel bewegen kann, schläft es jetzt sehr viel.

    Wohlfühltipp für die 37. Schwangerschaftswoche

    Entspannung im 3. Trimester
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    Das Wichtigste während des Wartens auf das Baby ist Entspannung. Abwarten und Tee trinken! Viele Hebammen empfehlen ab der 37. Schwangerschaftswoche Himbeerblätter-Tee. Dieses Naturheilmittel soll dabei helfen, die Muskulatur der Gebärmutter zu stärken und somit die Austreibungsphase zu verkürzen. Der Tee lockert die Muskulatur im Becken und hilft, den Muttermund zu öffnen. Die genaue Dosis solltest du mit deiner Hebamme oder deinem Arzt/deiner Ärztin besprechen, denn höchsten 3 Tassen gelten als Limit. Beachte: Himbeerblätter-Tee ist kein herkömmliches Genussmittel (kein Früchtetee aus dem Supermarkt), sondern eine Arznei aus der Apotheke!

     

    Wichtiger Hinweis: Wir von welovefamily.at haben diesen Artikel für dich nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch haften wir nicht für die in diesem Artikel erwähnten Informationen und Ratschläge. Bitte wende dich in Zweifelsfällen sofort an deinen Arzt/deine Ärztin oder Hebamme.

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