Wehen – die verschiedenen Arten

Dabei handelt es sich um eine Frage, die so pauschal nicht beantwortet werden kann, da es unterschiedliche Arten von Wehen gibt und auch das Schmerzempfinden von Frau zu Frau variiert. Während sie von einigen Frauen als Regelschmerzen beschrieben werden, schaffen es andere Frauen nicht ohne Schmerzmittel.

Wenn sich die Gebärmutter zusammenzieht, nennt man diese Kontraktion Wehe. Die Gebärmutter ist ein großer Muskel, der sich zusammenzieht, um das Baby einerseits in die richtige Lage zu bringen und andererseits um die Geburt voranzutreiben.

Im Laufe der Schwangerschaft wird sich die Gebärmutter immer wieder zusammenziehen, meist nach großer Anstrengung oder auch nach einem Orgasmus. Dabei handelt es sich um ein unangenehmes Spannungsgefühl, doch keine Sorge, es handelt sich dabei noch nicht um Geburtswehen.

Vor- und Senkwehen

Diese treten meist aber 36. Schwangerschaftswoche auf, sind nicht sehr schmerzhaft und regelmäßig. Aber wichtig, denn mit diesen Wehen werden die letzten Vorbereitungen auf die Geburt getroffen. Mit ihrer Hilfe wird der Kopf des Babys in dein Becken gedrückt und somit in die richtige Geburtslage. Wenn du einen Geburtsvorbereitungskurs besucht hast, kannst du hier schon die Atemtechniken üben.

Eröffnungswehen

Wenn du merkst, dass sich deine Gebärmutter in regelmäßigen Abständen zusammenzieht, dann spricht man von Eröffnungswehen, die zu den Geburtswehen gezählt werden. Es wird also ernst. Charakteristisch für diese Wehen sind immer kürzer werdende Abstände, zunehmende Intensität und eine ungefähre Dauer von einer Minute und länger. Während zu Beginn der Abstand noch bei gut zehn Minuten liegt, sind es gegen Ende der Geburt nur mehr zwei Minuten. Die Eröffnungswehen dauern unterschiedlich lange und haben zum Ziel, den verschlossenen Muttermund auf 10 Zentimeter zu öffnen, bis er verstrichen ist. Dann ist das Baby bereit für die Geburt. Als Faustregel sagt man: pro Stunde geht der Muttermund einen Zentimeter auf, in der Praxis schaut das aber ganz anders aus und variiert von Frau zu Frau. Lasse dich nicht verunsichern, sondern bemühe dich gut zu veratmen und die Pausen zur Entspannung zu nutzen. Anstrengend wird es noch von selbst.

Wenn du zwischen den Wehen einen Abstand von ca. 5 Minuten hast und Erstgebärdende bist, kannst du dich nun auf den Weg ins Spital machen oder deine Hebamme kontaktieren. Bei Mehrgebärdenden wird geraten, schon bei größerem Abstand die Abfahrt zu planen.

Presswehen

Ob du willst oder nicht, dein Körper gibt dir den Impuls zum Pressen. Und somit bist du in der letzten Geburtsphase angelangt. Die Presswehen werden von vielen Frauen als anstrengend empfunden, aber nicht mehr als schmerzhaft, da nun dein aktiver Part startet. Du hilfst nun aktiv mit, dein Baby aus dir herauszuschieben. Deine Hebamme wird dir dabei zur Seite stehen und dich gut anleiten, dass dein Baby möglichst rasch zur Welt kommt und du keine groben Verletzungen erleidest. Ist der Muttermund noch nicht vollständig verstrichen kann es sein, dass deine Hebamme dich bittet, die Presswehen zu veratmen und parallel dazu den Muttermund aufmassiert. Das ist ein Akt der Selbstbeherrschung, doch er hat einen Grund: du vermeidest damit Verletzungen am Muttermund.

Nachwehen

Mithilfe von Nachwehen wird die Plazenta geboren. Diese Wehen sind mit den Geburtswehen nicht mehr vergleichbar und setzen 20-30 Minuten nach der Geburt deines Kindes ein. Im Wochenbett werden dich diese Wehen noch ein wenig begleiten, denn jedes Mal, wenn du dein Kind zum Stillen anlegst, wird sich die Gebärmutter zusammenziehen und so die Rückbildung veranlassen. Angeregt wird dies durch die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, das auch für die Milchbildung verantwortlich ist. Wenn die Wehen sehr stark sind, kannst du auch beim Stillen Schmerzmittel nehmen. Erfahrungsgemäß werden die Nachwehen von Geburt zu Geburt schlimmer.

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