Baby, 8 Monate, schläft nicht

Hallo, hab da mal eine Frage: und zwar geht‘s um meinen Junior, er wird bald 8 Monate und schläft in der Nacht keine 2h ohne munter zu werden und ohne stillen schläft er nicht wieder ein. Er schläft in seinem Gitterbett direkt neben mir. Wir haben schon so vieles versucht (schreien lassen, herumtragen, Gitterbett ins Kinderzimmer stellen), aber bis jetzt hat‘s nur zu schlaflosen Nächten geführt (von mir, dem kleinen und dem Papa). Dass er wirklich hungrig ist glaub ich nicht. Zumindest nicht alle 2h. Am Tag isst er gut seine Beikost und auch vor dem Schlafengehen isst er um die 100-150 ml folgemilch mit Brei. Er nimmt kein Flascherl und keinen Zuzzi. Er kann nichts damit anfangen und kaut nur drauf rum. Vielleicht habt ihr noch einen Tipp der helfen kann.

 

Hallo,

dass was du schreibst, machen viele Eltern mit älteren Babys durch. Zuerst einmal kann ich dich beruhigen: Das ist eine völlig normale Entwicklungsphase, die viele Eltern verzweifeln lässt. Denn man liest ja oft, dass Babys mit 6 Monaten durchschlafen können.

Dass Kinder nachts wach werden ist vollkommen normal, genau wie wir Erwachsene. Der Unterschied ist, dass wir wieder in den Schlaf finden. Es gibt für ein Kind nichts Schlimmeres, als nachts den Schutz der Eltern zu verlieren – das Einschlafen ist somit mit Angst verbunden, wenn das Kind alleine in einem dunklen Raum liegt oder die Nähe der Eltern nicht mehr spürt. Dein Baby braucht nachts noch Unterstützung und möchte sich versichern, dass du da bist. Ob es dabei immer um Hunger geht oder ob es um Nähe geht und der Wunsch nach Sicherheit ist, ist egal. Dein Baby wacht nicht auf um dich zu ärgern, sondern weil es dich braucht. Du als Mama bist dann gefordert, mit deiner Nähe, deinem Geruch, deiner Stimme und deinem Busen Sicherheit zu vermitteln. Dein Sohn versteht nicht, warum er nachts deine Hilfe nicht bekommt, wenn er nach dir weint.

DEN Zeitpunkt, wann ein Baby durchschläft, gibt es nicht. Es ist keine lineare Entwicklung, sie verläuft nicht kontinuierlich. Auch Babys, die vielleicht schon mit drei Monaten zum ersten Mal durchgeschlafen haben, wachen jetzt nachts auf. Das Durchschlafen ist eine individuelle Entwicklung, die bei den einen Babys früher, bei anderen Babys später eintritt. Warum dein Baby jetzt wieder öfters aufwacht, hängt mit seiner Entwicklung zusammen:

Das nächtliche Aufwachen hängt damit zusammen, dass Kinder im Alter ab 6 Monaten ihre Umwelt und ihre Umgebung sehr konkret erleben. Im Umkehrschluss heißt dies, dass die neuen Eindrücke, Reize, aber auch motorischen Fähigkeiten, die sich nun entwickeln, nachts verarbeitet werden und zu unruhigen Nächten führen. Dein Baby beginnt nun, den Unterschied zwischen bekannt und fremd zu entdecken (Fremdeln)– das ist anstrengend und fordert dein Baby. Dass dein Baby unruhig schläft zeigt, dass es einen großen Fortschritt macht. Ist dir ähnliches vielleicht aufgefallen? Vielleicht kommen auch noch die Zähne dazu, die dein Kind plagen. In diesen Phasen, in denen alles Kopf steht, verlangt dein Baby wieder mehr Mamazeit. Auch nachts.

Du wirst sicher schon davon gehört haben, dass es nicht gut ist, sein Baby schreien zu lassen. Das Kind so lange schreien zu lassen, bis es merkt, dass niemand kommt, ist kein Fortschritt für das Schlafverhalten, sondern Resignation. Zahlreiche Experten lehnen diese Methode ab und dafür gibt es gute Gründe.

Es bleibt dir leider nicht viel anderes übrig, als dein Kind durch diese Phase zu begleiten und geduldig zu sein. Das Saugen an deiner Brust hat für dein Baby vielleicht wirklich weniger mit Hunger zu tun, als mit einem Gefühl von Beruhigung und Sicherheit. Wobei es auch ein Ammenmärchen ist, dass Babys nachts ab 6 Monaten keine Nahrung mehr brauchen – ein Baby, das nach Bedarf gestillt wird, wird dennoch nachts auch Nahrung zu sich nehmen in Form von Muttermilch. Da ist jedes Baby anders. Saugen konnte es schon im Bauch, das ist deinem Sohn sehr vertraut und beruhigt. Du hast als stillende Mutter den Vorteil, dass du gar nicht richtig wach werden musst, wenn du dein Baby bei dir hast und es an die Brust will.

 

Gib deinem Kind Zeit die es braucht, um diesen Schritt zu meistern. Ich kann dich gut verstehen, meine drei Kinder waren nicht anders. Als sie dann aber laufen konnten, wurde das Schlafverhalten deutlich besser. Halte durch!

Was du in dieser Phase machen kannst, ist auf dich schauen:

  1. Ausgewogen Essen: Energiebällchen für zwischendurch, Obst und Gemüse, keine schwere Kost
  2. Hinlegen, wenn dein Baby schläft
  3. Hilfe annehmen: Kann vielleicht eine Oma oder eine Freundin dir dein Baby abnehmen und ein bisschen spazieren gehen, damit du dich ausruhen kannst?
  4. Hast du probiert dein Kind zu dir ins Bett zu nehmen?
  5. Hast du schon Osteopathie probiert?
  6. Zusätzlich kannst du homöopathisch unterstützen und auch mit Aromatherapie (Lavendel wirkt beruhigend)

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