Windelausschlag – Sanfte Hilfe für dein Baby

Irgendwann einmal leiden fast alle gewickelten Babys unter einem Windelausschlag, auch als Windeldermatitis bekannt. Es handelt sich dabei nicht um eine bestimmte Kinderkrankheit, sondern um eine gerötete und gereizte Stelle der Haut im Windelbereich. Für ein Baby ist ein Windelausschlag sehr unangenehm und schmerzhaft. Es wird mehr weinen, sich unwohl fühlen und mehr Liebe und Aufmerksamkeit von seinen Eltern brauchen. Durch die richtige Pflege kann ein Windelausschlaf vermieden werden. Aber leider nicht immer. Gerade wenn das Baby einen Windelausschlag hat, ist die richtige Pflege noch wichtiger. Kommt es zu offenen Stellen oder liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Pilzinfektion handeln könnte, muss ein Kinderarzt aufgesucht werden.

 

Windelausschlag: Falsche Pflege als Ursache?

Es gibt mehrere Ursachen, wie ein Windelausschlag entsteht:

  • Der Urin bleibt zu lange auf der Haut
  • Der Urin wird durch Bakterien des Stuhls aufgespalten in Ammoniak
  • Ammoniak reizt die Haut
  • Schlechtes Abtrocknen im Windelbereich
  • Durchfall
  • Reaktion des Körpers auf die ersten Zähne
  • Behandlung mit Antibiotika
  • Gebrauch von Windeln mit Plastikhöschen

Dieser Ausschlag ist anhand kleiner roter Pusteln im Pobereich erkennbar, die sich auch entzünden und eitern können. Nicht alle Rötungen im Windelbereich sind jedoch ein Windelausschlag:

  • Ammoniakdermatitis: Rötung bei den Genitalien, das Baby muss öfters gewickelt werden und viel frische Luft an Babys Po lassen
  • Hefepilzinfektion: Pickeliger Ausschlag beim After, den Gesäß und der Innenseite der Oberschenkel, eventuell weiße Flecken im Mund. In diesem Fall muss das Baby unbedingt zum Kinderarzt, da es eine spezielle Pilzbehandlung benötigt.
  • Seborrhoische Dermatitis: Ein schuppiger Ausschlag auf den Genitalien und allen Stellen mit fettiger Haut. Hier wird vom Kinderarzt eine spezielle Salbe verschrieben.
  • Hitzeausschlag: Kleine Bläschen, die sich am ganzen Körper und im Windelbereich zeigen. Das Baby möglichst viel ohne Windel lassen und nicht zu warm anziehen

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Windelausschlag: Wie kann man vorbeugen?

  • Windel nach Bedarf, spätestens alle 3-4 Stunden wechseln
  • Wenn du merkst dass dein Baby sein großes Geschäft verrichtet, halte es über der Kloschüssel ab oder wechsle die Windel anschließend sofort
  • Wärmestauung vermeiden
  • Windel sollte locker sitzen
  • Wann immer möglich, auf eine Windel verzichten
  • Haut im Genital- und Afterbereich gut abtrocknen
  • Keine Reinigungstücher verwenden, sondern warmes Wasser und einen Waschlappen
  • Schmutz- und Salbenreste lassen sich mit in Öl getränkte Tücher gut entfernen
  • Auf Pflegeprodukte, die Duft- und Konservierungsstoffe enthalten, verzichten, da sie die natürliche Hautschutzbarriere zerstören
  • Auf die Ernährung achten
  • Bei Stoffwindeln darauf achten, dass keine Waschmittelrückstände in den Windeln bleiben
  • Windelmarke wechseln, wenn das Baby immer wieder trotz aller Pflege einen Windelausschlag hat
  • Das Baby sollte ausreichend trinken, damit der Säuregehalt im Urin verringert wird
  • Baby nicht täglich baden, um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu zerstören
  • Feuchttücher selber herstellen

Windelausschläge können auch durch Wegwerfwindeln entstehen. In ihnen sind viele chemische Inhaltsstoffe enthalten, die die Haut angreifen (z.B. Bleichmittelrückstände, Weichmacher, Parfüme, Farbstoffe, Formaldehyd). Auch das saugstarke Absorbergel kann den Windelausschlag begünstigen, denn es erwärmt sich. Dadurch nimmt die Haut mehr Wasser auf und wird dadurch anfälliger für Bakterien, die sich in der Wärme besser verbreiten. Teilzeit-Windelfrei wäre eine gute Alternative zu den herkömmlichen Windeln, um einem Windelausschlag vorzubeugen. Oder ein Umstieg auf Stoffwindeln mit entsprechenden Windelvlies-Einlagen.

 

Windelausschlag: Was tun, wenn das Baby einen Windelausschlag hat?

Geht der Windelausschlag nicht innerhalb ein paar Tage weg oder kommen offene und nässende Stellen hinzu, dann muss unbedingt ein Kinderarzt aufgesucht werden. Es kann eine Pilzinfektion vorliegen.

Sonst können Eltern einen Windelausschlag selbst behandeln:

  • Regelmäßig Wickeln
  • Die Haut sauber und trocken halten
  • Das Kind möglichst viel ohne Windel liegen lassen
  • Eine zinkhaltige Creme verwenden: Aber nur kurzfristig, denn Zink ist ein Schwermetall, das über die Haut in den Körper aufgenommen und dort gespeichert wird.
  • Auf Puder verzichten, da sie verklumpen und aufscheuern können
  • Calendula-Creme verwenden
  • Ein Sitzbad mit Eichenrinde, schwarzem Tee oder Wundheilungsbädern
  • Reinigung der Haut mit Schafgarbentee, Weizenkleie oder Thymiantee
  • Muttermilch auf die wunden Stellen tupfen
  • Heilwolle in die Windel legen für bessere Belüftung der Haut
  • Heilerde als Auflage auf den Po geben und trocknen lassen
  • Calendula-Umschlag: 20 Tropfen Calendula-Tinktur auf 0,2 l warmes Wasser geben, ein Baumwolltuch darin tränen und das Tuch auf die offene Stelle legen. 3 Mal täglich.

Achtung, wenn du den Po föhnst! Babys genießen den warmen Luftstrom und das Rauschen des Föns. Doch ungefährlich ist diese Methode nicht:

Ein Urinstrahl kann in den Fön gelangen: Der Fön kann explodieren oder Stromschläge verursachen

Wenn du dein Baby föhnen willst, dann lege es unbedingt auf den Bauch! Nur in Bauchlage! Und nicht länger als 3-4 Minuten bei einem Abstand von 40-50 Zentimeter, um dein Baby nicht zu verbrennen.

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