Mama Freundschaft: drei Freundinnen sind eine zu viel

Frauen Freundschaft

Unsere Mama Mia erzählt uns dieses Mal über Mama sein und dass Freundschaften nicht immer einfach sind.

Es ist ja wirklich nicht einfach eine wirklich gute Freundschaft zu finden, oder?

Da muss schon ziemlich viel passen. Mutter in Elternzeit und arbeitender Single passt genauso wenig wie Birne zu Apfel. Eine Freundin muss sich nicht erklären oder entschuldigen. Da braucht es auch nicht viele Worte. Meistens reicht schon ein Blick, ein Seufzen und die Andere weiß Bescheid. Anfangs dachte ich, das ich genau diese Freundschaft gefunden hätte. Wir waren drei Frauen Mitte 30. Unsere Mädels waren im Abstand von einem halben Jahr geboren. Wir wohnten nicht mehr als 1,5 km auseinander. Eigentlich die perfekte Voraussetzung für eine tolle Mama Freundschaft mit jeder Menge Spaß, Kaffeeklatsch und Lästereien. Auch das gegenseitige Klagen über angebliche Geldprobleme, Probleme mit dem Mann und der Schwiegermutter kamen nicht zu kurz. Unsere Mädels spielten mehr oder weniger gut zusammen. Wir trafen uns regelmäßig. Eigentlich perfekt.

Das ging so 1 Jahr gut.

Bis…… Ja, bis was eigentlich passierte? Eifersucht? Ich hatte mich mit der einen zum Second-Hand-Basar verabredet. Die dritte im Bunde wollte oder durfte nicht mit. Ihr König zu Hause wollte nicht, das seine Tochter gebrauchte Klamotten trug. Dass die Königstochter aber eh schon gebrauchte Klamotten von den Cousinen trug war bei ihm wohl noch nicht angekommen. Wir unternahmen auch nichts heimlich. Wir waren gerade mal 2 Stunden unterwegs. Da hatte ich jetzt so gar kein schlechtes Gewissen. Die beiden unternahmen ja auch ständig etwas ohne mich, weil mir einfach dafür die Zeit fehlte. So viel Langeweile wie die, hatte ich nicht. Mein Mann unternahm wenigstens noch etwas mit mir, was bei den anderen nicht der Fall war. Der eine Göttergatte arbeitete angeblich ständig und der andere verbrachte die Wochenenden in der Kneipe beim Fußball schauen.

Es gab zwei Vorfälle auf den Kindergeburtstagen die mir jetzt im Nachhinein so surreal erscheinen.

Geburtstag vom Königskind. Wir sollten ausdrücklich am Geburtstag nachmittags zum Kaffee und Kuchen kommen. Der König wäre eh in seiner Firma. Und sie wolle nicht den Tag alleine rumsitzen. Nur hatte sie nicht damit gerechnet, dass der König sehr wohl nach Hause kam. Und Schwiegereltern auch mit einem selbstgebackenen Kuchen in der Tür standen. Und wir mittendrin, wie peinlich mir das war. Wir waren so überflüssig in der gespielten Familienidylle. Hatten die denn tatsächlich nicht miteinander gesprochen? Ich überlegte krampfhaft wie wir aus dieser Situation herauskommen könnten. Plötzlich sagte die Königstochter wir müssten jetzt sofort gehen. Ich denke mal der König hatte ihr das zugeflüstert. Nun ja 20 Minuten durften wir doch noch bleiben. Das war mir zu dumm. Ich packte unsere Sachen und ging.

Kindergeburtstag Nr. 2

Dann kam der Tag des nächsten Kindergeburtstages. Was das Kind bekommen sollte war klar, wie immer wurde zusammengelegt. Nur war das Geschenk nicht vollständig bzw. bereits vorhanden. Unvollständig weil sie die Sachen zu spät im Internet bestellt hatte, und das zauberhafte Rüschenkleid leider schon im Kleiderschrank hing. Ganz tolle Geburtstagsfeier war das. Wir kamen fast ohne Geschenke an, der Vater des Kindes war in der Kneipe. Die Stimmung kippte, aber wenigstens floss der Alkohol zwischen den Mamis. Ich bin echt keine Kostverächterin aber auf diesen beschissenen Kindergeburtstag sich denn auch noch so zulaufen zu lassen, ging gar nicht. Das Geburtstagskind zog den ganzen Tag eine Schnute. Das andere Kind wollte nur draußen Spielen und das bei Minustemperaturen. Ich hatte genug und täuschte einen Migräneanfall vor. Ich wollte nur noch weg, aber nicht ohne das nicht vorhandene Geburtstagsgeschenk zu bezahlen, damit ich aus dieser Sache raus war. Aber leider hatte ich das Geld nicht passend.

Ich vergaß das Geschenk zu bezahlen

Diese 7,50 Euro vergaß ich im Alltagstrubel irgendwie. Erst nach langen 3 Wochen bezahlte ich dann das Geschenk, was für eine Unverschämtheit von mir. Was hat diese Person eigentlich noch alles an Sachen von mir? Ein Buch, diverse Klamotten, unseren Feuerkorb der schön in deren Garten verrostet. Aber das ist ja was anderes.

Als ich ihr das Geld gab, kamen so dumme Bemerkungen die bei mir das Fass zum Überlaufen brachte. „Ja, willste auch schon bezahlen? Ja wird langsam Zeit, was?“ Später hörte ich noch, das sie auf mich eifersüchtig gewesen wäre. Ja, ja. Sie war also erst auf mich eifersüchtig und dann sauer, weil ich so spät die 7,50 Euro bezahlt hatte. Eigentlich passiert mir so etwas auch nicht, aber passiert ist passiert. Hallo, ich hätte dann gerne unsere Sachen auch wieder zurück, nach mehr als 5 Jahren. Danke!

Und tschüss

Nachdem ich mich aus dieser 3er-Combo dann endgültig verabschiedet hatte, ging es mir besser. Ich habe auch andere Freundinnen mit denen ich mich treffen kann. Jetzt hängen die beiden Weiber nur noch zusammen rum. Die beiden Kinder dürfen nur miteinander spielen. Alle anderen Kinder werden grundsätzlich verjagt. Ist mal nur eine alleine anwesend, hängt es nur an Mamas Rockzipfel. Grässlich. Aber auch die Freundschaft der Weiber wird von Falschheit am Leben gehalten. Die eine muss die Leibeigene für die andere spielen. Immer dann Zeit haben, wenn es gerade passt. Dafür klagen sie sich dann selbst ihr Leid über ihre verkorksten Ehen. Und tratschen das aber alles schön weiter, wenn der andere weghört.

Ich habe daraus gelernt

Es muss doch möglich sein, dass erwachsene Menschen sich vertragen können. Man hat die gleichen Interessen und die gleichen Probleme. Muss man aufeinander eifersüchtig sein, aus total nichtigen Gründen? Oder war das von Anfang an so geplant gewesen? Was für ein perfides Spiel ist das denn. Nun ich bin ja ausgestiegen, mir war das zu dumm. Oder ich habe die Spielregeln einfach nicht kapiert?

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