Welche Milch fürs Fläschchen?

Eine Mutter, die nicht stillen kann oder will, hat nicht nur mit Vorurteilen und Verurteilungen zu kämpfen, sondern hat auch die Qual der Wahl. Ob Hipp, Bebivita, Aptamil, Beba oder Eigenmarken – welche Milch ist die Beste? Und soll man zu Pre oder 1-er Milch greifen?

 

Welche Milch kann ab der Geburt gefüttert werden?

Alle Anfangsmilchen mit dem Zusatz „pre“ oder „1“ sind als Alleinnahrung ab der Geburt und in den ersten sechs Monaten des Babys geeignet. Der Unterschied zwischen „pre“ und „1er“-Milch liegt in der Kohlenhydrate-Zusammensetzung und darin, dass in der 1er-Milch auch zusätzlich Stärke enthalten ist, die die Milch sämiger macht.

Die Pre-Nahrungen enthalten mit Ausnahme von Milumil und Aptamil ausschließlich Laktose. Bei Milumil und Aptamil sind noch andere Mehrfachzucker zugesetzt, die prebiotisch wirken sollen. Die Empfehlung geht in die Richtung, gleich nach der Geburt immer zuerst Pre-Nahrung zu füttern oder zu HA-Nahrung zu greifen, wenn es in der Familie eine Allergiegefährdung gibt.

Ökotest hat 23 Muttermilchersatznahrungen getestet und die Ergebnis war, dass das beste Testurteil „befriedigend“ lautete und 13 Milchnahrungen mit mangelhaft bewertet wurden. Testsieger wurde nicht etwa der teuerste Anbieter, sondern Milasan Anfangsmilch 1, aber auch Nestlé Beba Pro 1 hat im Test gut abgeschnitten. In der Kategorie Bio-Produkte schnitt die Hipp Bio Combiotik Bio-Anfangsmilch am besten ab, gefolgt von Alnatura Anfangs Milch Pre und Bioland.

Wer für sein Baby also Milchpulver kauft, sollte sich genau informieren und hinschauen.

 

Strenge Richtlinien für Pre-Nahrungen: Aber welche ist die Beste?

Speziell für die Herstellung von Pre-Nahrung gibt es strenge Richtlinien, denen alle Anbieter von fertiger Milchnahrung unterliegen. Grundlage aller Pre-Nahrungen ist Kuhmilch, die dann in ihrer Zusammensetzung so angepasst wird, dass sie der Muttermilch möglichst ähnlich ist. So ist es auch keine Überraschung, dass alle Milchhersteller ähnliche Werte aufweisen. Einzig der Preisunterschied ist groß, wodurch sich ein genaues Vergleichen der Inhaltsstoffe lohnt.

Die strengen Richtlinien bedeuten auch, dass die speziellen Bio-Produkte nicht besser abschneiden, denn die Auflagen und Kontrollen hinsichtlich des Schadstoffgehaltes sind sehr streng. Pre-Milch kann während des gesamten ersten Lebensjahres gefüttert werden.

 

Pre- und Probiotik

Als wäre jetzt die Entscheidung nicht schon schwer genug, kommen nun noch Milchnahrungen mit den Aufschriften „pre- und probiotisch“ hinzu. Diese Zusätze dienen dazu, eine Darmflora zu schaffen, die jenen der Stillkinder sehr ähnlich ist. Denn auch die Muttermilch enthält gute Darmbakterien, die das Immunsystem und die Infektabwehr unterstützen. Studien haben hier ergeben, dass es durchaus sinnvoll sein kann, Anfangsmilch mit diesen Zusätzen zu kaufen. Entscheidend als Kaufkriterium kann nicht nur der Preis sein, sondern auch die Tatsache, ob das Kind diese Milch tatsächlich verträgt.

 

2er und 3er Milch – wirklich notwendig?

Wenn die 1er Milch nicht mehr genug sättigt, wird von Herstellern die Umstellung auf die 2er und 3er Milch empfohlen. Diese sind der Muttermilch nicht mehr ähnlich und enthalten neben Milchzucker noch andere Zuckerformen wie Glukose und Maltrodextrin. In diesem Fall sollte man mit dem Arzt besprechen, ob eine Umstellung sinnvoll ist oder man lieber mehr von der 1er Milch füttern soll.

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