Wehencocktail: Wundermittel oder Fluch?

Nur wenn dein Körper schon für die Geburt bereit ist oder der Geburtstermin schon weit überschritten wurde, sollte ein Wehencocktail eingesetzt werden. Zwar ist er ein natürliches, aber keinesfalls harmloses Mittel zur Einleitung der Geburt. Die Überwachung und Absprache mit einer Hebamme oder einem Arzt sollte auf jeden Fall erfolgen.

Zutaten für einen Wehencocktail

Der Wehencocktail besteht aus einer Mischung aus Alkohol, Säften und einem Abführmittel. Gerne und häufig wird eine Kombination aus Rizinusöl, Marillensaft, Schnaps oder Sekt zusammengestellt. Der Alkohol ist ein wesentlicher Bestandteil und wichtig, damit sich das Abführmittel Riziunusöl im Saft lösen kann. Der Saft ist notwendig, um den Geschmack des Abführmittels zu überdecken. Manche Hebammen fügen dem Wehencocktail noch ätherische Öle wie z.B. Eisenkrautöl, Ingwer- oder Zimtöl bei, um die Wehentätigkeit zusätzlich anzuregen. Wichtig ist ein genaues Mischverhältnis, das unbedingt eingehalten werden muss. Daher sollte die Mischung von einer Hebamme zusammengestellt werden.

Wehen fördern – Tipps, um das Baby zu locken

Wie wirkt der Wehencocktail?

Die im Rizinusöl enthaltene Rizinolsäure wirkt abführend und regt somit die Darmtätigkeit an. Diese erhöhte Darmtätigkeit ist wichtig, um die Gebärmuttermuskulatur zu stimulieren, was wiederum Wehen auslösen und fördern kann. Die Schlingen des Darms, die während einer Schwangerschaft eng an der Gebärmutter liegen, ziehen sich zusammen und sollen so auch die Gebärmutter anregen, die Wehentätigkeit aufzunehmen. Wer aber zu viel Rizinusöl zu sich nimmt, riskiert Krämpfe im Darm – zwar werden auch dann Wehen angeregt, aber aus einem anderen Grund: Der Körper signalisiert, dass sich die Bedingungen für das Baby verschlechtern. Bei fast allen Frauen kommt es 3-5 Stunden nach der Einnahme des Wehencocktails zu Wehen – die Wirkung ist also gut.

Warum ist ein Wehencocktail gefährlich?

So verlockend es sich nun vielleicht anhört, sich einen Wehencocktail zu mixen, so gefährlich kann er auch sein. Folgende Nebenwirkungen können bei einem Wehencocktail auftreten:

  • Stress durch starke Wehen: In den meisten Fällen löst der Wehencocktail starke Wehen aus, mit denen nicht alle Frauen gut umgehen können. Diese starken Wehen wirken sich aber auch auf das Kind aus: Es hat sehr viel Stress und kann dadurch einen Sauerstoffmangel erleiden.
  • Alkohol: Dass Alkohol in der Schwangerschaft nicht gut ist, ist bekannt. Im Wehencocktail ist Alkohol enthalten.
  • Flüssigkeitsmangel: Da der Wehencocktail die Darmtätigkeit anregt und abführend wirkt, kann es schnell zu einem Flüssigkeitsmangel kommen, der auch den Darm schädigen kann.
  • Fehlende Kraftreserven: Der ausgelöste Durchfall braucht Kraftreserven auf, die du gut für die Geburt brauchen könntest.
  • Rizinusöl kann eine unphysiologisch hohe Menge an Prostaglandin freisetzen, das wiederum eine Plazentaablösung verursachen kann. Die Folge: Lebensgefahr für Mutter und Kind.
  • Übelkeit und Darmkrämpfe können Begleiterscheinungen des Wehencocktails sein.
  • Ist der Muttermund noch nicht bereit, kann es zu Komplikationen während der Geburt kommen.

Keinesfalls darfst du einen Wehencocktail auf Eigeninitiative eingenommen werden, damit du dich und dein Baby nicht gefährdest. Hab Geduld, dein Baby kommt bestimmt. Es gibt zum Wehencocktail auf jeden Fall einige natürliche Alternativen und Hausmittel, die deinem Kind nicht schaden und sanft die Wehen anregen. Ideen und Möglichkeiten findest du in unserem Artikel „Wehen fördern: Diese Hausmittel helfen„.

 

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