Wie a Kind: Dinge, die wir von unseren Kindern lernen können

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Was ich von meinen Kindern lernen konnte

Zugegeben das Lied „Wie a Kind“ fällt eigentlich nicht in das Musikgenre, das ich normalerweise hören würde. Ich bin dann doch eher der Typ Mensch, der gerne aufmunternde Stimmungsmacher hört. Doch irgendwie hat Ina Regen mit ihrem Lied „Wie a Kind“ etwas in mir bewegt. Wenn man dann nämlich einmal genauer hinhört und zwischen dein Zeilen liest, singt sie über etwas, das mich schon länger beschäftigt.

Wir können so viel von unseren Kindern lernen. Tatsache ist nämlich: Je älter wir werden, desto mehr werden wir von unserer Umgebung beeinflusst. Klar, wir reflektieren Dinge ausführlicher und denken mehr über die Konsequenzen unseres Handelns nach. Aber eins wurde mir klar: So schwerelos, wie ich es als Kind war, würde ich wahrscheinlich nie wieder werden.

Doch das soll kein Beitrag werden, der Unzufriedenheit ausdrückt. Denn in meinem Leben gibt es Menschen, die mir oft doch etwas Leichtigkeit mit in den Tag geben. Meine Kinder zum Beispiel. Klar, gibt es Tage, da könnte ich sie ungelogen auf den Mond schießen (wer kennt das nicht?) Doch dann wiederum gibt es Tage, da denke ich mir, ich kann so viel von ihnen lernen.

Welche vier Dinge ich von meinen Kindern lernen konnte und weshalb wir manchmal sein sollten „Wie a Kind“ erzähle ich euch jetzt.

„Wie a Kind“ lernen

Zwei Jahre ist es her, da brachte ich meinem Sohn Fahrrad fahren bei. Geschätzte hundert Mal hatte er mir gesagt er wolle mit mir einen Fahrradausflug machen. Nun gut, dann rauf auf den Sattel dachte ich mir. Kann doch nicht so schwer werden. Ich sollte mich täuschen, denn das Fahrradfahren lernen wurde für mich zur Zitterpartie. Mein Sohn hatte nicht gleich den Dreh raus und so flog er immer und immer wieder auf den harten Boden. Ich stellte mich schon auf Heulkrämpfe und zorniges Davonlaufen ein, aber mein tapferes Kind blieb dabei: Er wollte Fahrradfahren lernen.
An diesem Tag habe ich etwas von meinem Kind gelernt. Ich habe von meinem Kind gelernt nicht aufzugeben. Hinzufallen und auch wieder aufzustehen. Er wollte unbedingt Fahrradfahren. Was soll ich sagen: Er fährt nun schon zwei Jahre ohne Sturz. Ich bin so stolz auf mein Kind. Es hat sich nicht unterkriegen lassen. Heute denkt es schon gar nicht mehr daran, als es damals vom Fahrrad gefallen ist. Ich denke, das sollten wir Erwachsenen uns auch öfter zu Herzen nehmen. Nicht an die Misserfolge denken, sondern daran, was man erreichen und was man lernen möchte.

„Wie a Kind“ die Meinung sagen

Kinder sind ehrlich. Ein Kind wird dir immer genau das sagen, was es gerade denkt. Und das ist auch gut so! Natürlich fällt es uns oft schwer geliebten Menschen zu sagen, was wir wirklich denken. Doch wann haben wir begonnen uns zu verbiegen? Ich erinnere mich an einige Situationen, als mich meine Freundinnen um Rat gefragt haben. Sei es wegen eines Mannes, wegen eines Outfits oder wegen eines anderen vielleicht sogar unwesentlichen Themas. Allzu oft habe ich meine Meinung für mich behalten. Ich habe mich verbogen und bin den leichteren Weg gegangen. Ich wollte meine Freundin ja eigentlich nur nicht verletzen. Deswegen sagte ich ihr, dass das Outfit wunderschön sei oder ihr neuer Freund mir unheimlich sympathisch sei. Auch, wenn ich innerlich vielleicht anders denke. Aber wurde ich von meinen Kindern verletzt, weil sie mir deutlich gesagt haben, dass sie mein Essen letzten Dienstag ekelhaft fanden? Nein, ich werde das Essen nicht mehr kochen. Verletzt bin ich nicht. Ich habe von meinen Kindern gelernt Meinungen anzunehmen und auch meine eigene Meinung oftmals deutlicher Kund zu tun.

„Wie a Kind“ raus aus der Comfortzone

Wir kennen das doch alle oder? Feierabend kommt immer näher und wir freuen uns einfach nur auf Zuhause. Der Tag war anstrengend und eigentlich wollen wir nichts als ins Bett. Doch dann fällt uns ein, dass wir uns noch etwas mit unserem Bekannten ausgemacht haben. Was nun? Im Normalfall würde ich mir nun 100 verschiedene Ausreden einfallen lassen, um rechtzufertigen, warum ich dieses Treffen leider doch nicht wahrnehmen kann. Aber mein Kind hat mir etwas gelernt: Raus aus der Comfortzone. Neues probieren, Dinge entdecken, versteckte Energien aus der Reserve locken. Wie auch Ina Regen in ihrem Song singt: Einfach nehmen, was das Leben so bringt. Meine Tochter zum Beispiel: Sie ist 13 Jahre alt und schwirrt momentan von einem Ort zum anderen. Es macht mir Freude zu sehen, dass sie draußen bei Ihren Freunden und durch ihre vielen Aktivitäten so aufblüht und neue Dinge lernt. Und mal ehrlich: Wer blüht schon auf der Couch?

„Wie a Kind“ Wutausbrüche zulassen

Es kommt bei uns ehrlich gesagt regelmäßig vor, dass sich mein Sohn auf den Boden knallt und weint. Ich korrigiere er schreit und heult bitterlich. Viele nennen es liebevoll Trotzphase, ich nenne es einfach unsere 10 Minuten Wutausbruch. Früher hatte ich mit total dafür geschämt. Ich dachte alle würden uns ansehen und denken ich sei die schlechteste Mutter der Welt – eine sogenannte Rabenmutter. Jetzt jedoch nehme ich die Leute um mich herum gar nicht mehr wahr. Ich sehe nur noch mein Kind, dem es schlecht geht und das gerade einfach ein bisschen Zeit braucht um ein Ärgernis wieder loszuwerden. Das ist noch so eine Sache, die ich von meinem Kind gelernt habe: Einfach mal alles rauslassen. Zugegeben, vielleicht mache ich das nicht im Supermarkt, aber was spricht dagegen einem Ärgernis auch einfach mal Raum zu geben. Es zu bewältigen indem man z.B. mal losschreit. Die Wut, die sich angestaut hat einfach mal rauslassen. Ich muss zugeben, irgendwie kann ich verstehen, weshalb sich mein Sohn auf den Boden wirft und brüllt als, ob’s kein Morgen gäbe. Ich glaube, das täte uns manchmal allen wirklich gut.

Kinder sind ein Segen, sie verstellen sich nicht und geben uns vom ersten Moment an so viel Liebe und Möglichkeit von ihnen zu lernen.

Hast du deinem Kind heute schon gesagt/gezeigt, dass du es liebst?

 

 

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