Schwanger: Wie sich der Körper verändert

Sitzende Schwangere hält ihren Bauch

Die markanteste Veränderung im Laufe der Schwangerschaft ist das Wachstum des Bauchumfangs. Doch schon lange bevor man die erste kleine Wölbung am Bauch erkennt, verändert sich Ihr Körper.

Der Bauch wächst

Während sich die Gebärmutter von Beginn an der Schwangerschaft vergrößert, hat das erst zum Ende des Trimesters auch äußere Auswirkungen und ein leichtes Bäuchlein zeichnet sich ab. Bei manchen Schwangeren sieht man den Bauch schon recht zu Beginn, bei anderen Schwangeren erst im späteren Verlauf. Speziell bei Folgeschwangerschaften wächst der Bauch schneller und nimmt an Umfang deutlich zu im Vergleich zu der ersten Schwangerschaft.

Charakteristisch wächst der Bauch zwischen dem 3. und 6. Monat am stärksten, wodurch weibliche Kurven begradigt werden und sich das Gewicht nach vorne verlagert. Auch im dritten Trimester folgt ein deutlich merkbarer Wachstumsschub, da das Baby mehr Platz fordert und sowohl an Größe, als auch an Gewicht zugelegt. In diesem Stadium können auch Schwangerschaftsstreifen entstehen, die nach der Geburt wieder verblassen. Achte aber trotz zunehmenden Bauchumfang auf deine Haltung, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Immer wieder wird dein Bauch auch hart werden, ruhe dich in diesem Fall aus und gönne deinem Körper eine Pause.

Der Bauchnabel

Um dem Bauchnabel herum können in der Schwangerschaft dunkle Haare wachsen, die nach der Geburt wieder ausgehen. Und der Nabel wird allmählich nach außen gedrückt bzw. stülpt sich sogar nach außen.

Körpergewicht

Durchschnittlich nimmt eine Schwangere zwischen 10 und 15 Kilo so. Allerdings ist es ein Irrglaube, dass du nun für zwei Essen musst, der zusätzliche Kalorienbedarf ist sehr gering und kann mit einem zusätzlichen Joghurt täglich ausgeglichen werden. Wenn du während der Schwangerschaft auf deine Ernährung und auf Sport achtest, dann wirst du nach der Geburt wenig Schwierigkeiten haben, die überschüssigen Kilo wieder loszuwerden. Schwieriger verhält es sich mit jenen Kilos, die unnötigerweise angegessen wurden.

Haare und Haut

Bedingt durch die hohe Hormonausschüttung, verändern sich Haut und Haare. Stumpfe Haare glänzen und werden voller, die Haut scheint gesünder und frischer. Hauptverantwortlich für diese Veränderung ist das Hormon Östrogen. Auch eine verstärkte Pigmentierung ist bei vielen Schwangeren auffällig, so unter anderem an den Brustwarzen und auch am Bauch sieht man sie. Die Linea fusca, ein dunkler Strich vom Schambein bis zum Bauchnabel und teilweise auch bis zu den Brüsten wird sichtbar. Aber keine Sorge, diese verblasst wenige Wochen nach der Geburt wieder.

Juckreiz

Verbunden mit dem Bauchwachstum, klagen Schwangere auch immer wieder über Dehnungsschmerzen und sensible Stellen auf der Haut, bei deren Berührung es zu einem unangenehmen Ziehen und Brennen kommt. So, als würde die Haut reißen. Aber keine Sorge, dabei handelt es sich um eine vorübergehende Begleiterscheinung. Mithilfe von hochwertigen Ölen kannst du deine Haut verwöhnen und unterstützen. Ebenso bei Juckreiz, da neben dem Spannungsgefühl auch starker Juckreiz kommen kann. Auch dies ist auf das Wachstum des Bauches zurückzuführen und unbedenklich.

Kreislaufbeschwerden

Gerade in den heißen Sommermonaten klagen Schwangere über Kreislaufbeschwerden, Schwindelgefühl, Abgeschlagenheit. Diese Begleiterscheinung ist unangenehm und kann auch gefährlich werden, speziell dann, wenn die Schwangere dazu neigt, umzukippen. Trage bei Kreislaufbeschwerden immer eine Wasserflasche bei dir, viele Schwangere bevorzugen Cola für die schnelle Energiezufuhr. Bitte bei langen Fahrten in den öffentlichen Verkehrsmittel um einen Sitzplatz im Schatten und halte dich generell so wenig wie möglich in der prallen Sonne auf. Plane Pausen ein und verbringe die ärgste Hitze lieber im Schatten oder zu Hause.

Schambeinlockerung

Eine der unangenehmsten und schmerzhaftesten Beschwerden und Veränderungen ist die Schambeinlockerung. Diese führt zu stechenden Schmerzen im Becken, die bis in den Rücken und in die Knie ausstrahlen. Ausgelöst werden sie durch eine Kombination aus dem zusätzlichen Gewicht und dem Hormon Relaxin, das das Becken und den Beckenboden weich werden lässt. Zur Stütze tragen viele Schwangere einen Gürtel, der das Becken ein wenig entlasten soll. Fakt ist jedoch, dass kaum eine Bewegung mehr ohne Schmerzen ausgeführt werden kann. Egal ob sitzen, liegen, gehen, stehen, es schmerzt. Doch es besteht Hoffnung: Viele Frauen erlebten die Geburt als Erlösung und die Schmerzen waren verschwunden, andere Frauen litten länger darunter und spürten erst nach dem Abstillen und somit mit dem Abbau des Relaxin eine leichte Verbesserung und müssen weiterhin auf regelmäßig Bewegung achten, um den Beckenboden weiterhin zu trainieren.

Nicht zu verwechseln ist eine Schambeinlockerung mit den Schmerzen der Mutterbänder, die sich dehnen und dabei kurzfristige Schmerzen, eine Art Ziehen, verursachen.

Der Busen

Eine Nebenerscheinung, die viele Schwangere freut: der Busen wird größer und wächst. Damit bereitet sich der Körper auf das Stillen vor und beginnt das Brustgewebe zu dehnen. Bereits vor der Geburt befindet sich in den Milchdrüsen Muttermilch und nicht selten tritt diese auch aus, wodurch Stilleinlagen ein heißer Tipp sind.

Verdauung

Viele Schwangere leiden unter Verdauungsschwierigkeiten. Auch daran hat ein Hormon Schuld, das Progesteron, das dem Verdauungsvorgang Wasser entzieht und es dadurch in Folge zu Darmträgheit und Verstopfung kommen kann. Mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Bewegung tust du dir und deiner Verdauung etwas Gutes. Eine weitere Folge ist Sodbrennen, das mithilfe von Basenpulver, Tabletten oder Hausmittelchen wie einem Glas Milch, gelindert werden kann.

Beine und Knie

Schwere Beine und angeschwollene Knie und Knöchel sind durch Wassereinlagerungen keine Seltenheit. Besonders nach langer Anstrengung machen sich diese Leiden bemerkbar, Schuhe drücken unangenehm und die Gelenke schmerzen. Wechselduschen, Beine hochlegen und Kaltwassertreten helfen hier die Symptome zu lindern. Trotz der Wassereinlagerungen solltest du auf keinen Fall weniger trinken oder entwässernde Tabletten zu dir nehmen.

Auch Krampfadern sind keine Seltenheit und sollten unbedingt kontrolliert werden. Nach der Geburt kann die Krampfader kosmetisch behandelt und entfernt werden.

Füße

Nicht selten berichten Schwangere, dass ihre Füße plötzlich größer wurden, teilweise sogar um zwei Größen! Aber keine Sorge, im Normalfall werden sie nach der Schwangerschaft auch wieder kleiner.

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