Risiken bei einem Kaiserschnitt

Baby kurz nach der Geburt

Der Kaiserschnitt wurde zur häufigsten Operation der Welt und gilt als Routineeingriff. Dennoch ist das Sterblichkeitsrisiko der Mutter um 2,6-mal höher als bei einer vaginalen Geburt und liegt bei 0,02%. Bei einem Notkaiserschnitt ist das Komplikationsrisiko sogar um 1,6- bis 4-mal höher als bei einem geplanten. Mit den Risiken sollte man sich daher eingehend auseinandersetzen.

Wie bei jeder Operation ist auf der Kaiserschnitt mit Risiken verbunden. Infektionen, Wundheilungsstörungen und Thrombosen sind möglich. Auch berichten viele frisch gebackene Mütter nach einem Kaiserschnitt von einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit und Schmerzen, die die alleinige Versorgung des Kindes erschweren. Häufig wird dieses Gefühl begleitet vom Eindruck des Versagens. Auch Probleme beim Stillen  treten nach dem Kaiserschnitt häufiger auf.

Bei einer erneuten Schwangerschaft steigt das Risiko für Komplikationen. Wenn die Narbe nicht richtig verheilt, kann sich die Plazenta nicht richtig entwickeln. Die alte Regel „Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt“ gibt es heute allerdings nicht mehr. So verlaufen weitere Schwangerschaften meist ohne Komplikationen und die Babys können vaginal entbunden werden.

Stresshormone, die während der natürlichen Geburt ausgeschüttet werden, sind für Mutter und Baby besonders wichtig, da sie den Kreislauf des Babys unterstützen. Auch wird das Fruchtwasser aus der Lunge der Babys regelrecht hinausgepresst, wenn es durch den Geburtskanal schlüpft. Daher kommt es bei einem Kaiserschnitt häufiger zu Atemstörungen, weil sich das Baby verschluckt und der Impuls für die Lungenumstellung fehlt. Zu weiteren Anpassungsstörungen zählen die Störung der Darmflora. Das Baby nimmt die Wehen als eine Art Massage wahr, wodurch der Enddarm angeregt wird. Somit fehlt beim Kaiserschnitt die Erstbesiedelung mit Keimen der Mutter im kindlichen Darm. Das Wohlbefinden des Säuglings steht aber in engem Zusammenhang mit der Darmflora, wodurch dieser Aspekt wichtig ist.

Auch ein Zusammenhang zwischen Allergien und Kaiserschnittentbindungen konnte nachgewiesen werden. Kinder, die per Kaiserschnitt geboren wurden, haben ein um siebenfach erhöhtes Risiko, im späteren Leben an einer Allergie zu erkranken.

Um das Bonding, die Basis für eine sichere Mutter-Kind-Bindung, positiv zu unterstützen, bieten einige Einrichtungen die Möglichkeit des sanften Kaiserschnitts oder der Kaisergeburt an. Für Babys ist es wichtig, unmittelbar nach der Geburt bei ihrer Mutter sein zu dürfen, um so auch den Stillbeginn zu fördern. Viele Frauen berichten nach einem Kaiserschnitt (speziell in Vollnarkose) von einem fehlenden Bezug zu dem Kind. Oder auch von der Angst, es könnte sich gar nicht um das eigene Kind handeln, da die ersten Momente auf der Welt verpasst wurden.

Die positiven Aspekte des Kaiserschnitts sollen an dieser Stelle jedoch nicht fehlen. Denn er rettet Menschenleben und ließ die Sterblichkeitsrate deutlich sinken.

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