PMS – Warum die Pille keine Alternative für mich ist

„Also bei mir hat die Pille gut geholfen. Warum nimmst du sie nicht einfach?“ – ein Satz, den ich im Kontext von PMS schon oft hörte und letztens erst von einer guten Freundin. Ja, warum nehme ich die Pille nicht einfach? Dann wäre ich meine Schmerzen los, meine Beschwerden wären wie weggeblasen. Auch mein Gynäkologe hat mir schon dazu geraten und mit Unverständnis reagiert, als ich meine Bedenken äußerte und mich gegen die Einnahme der Pille entschied. Es gibt aber genug Gründe, warum ich die Pille nicht nehmen werde, auch, wenn sie ein Lifestyle-Medikament ist und teilweise schon jungen Mädchen verabreicht wird.

Die Pille und junge Mädchen

Mit 12 Jahren bekam ich zum ersten Mal meine Tage. Damit lag ich gut im Durchschnitt. Viele meiner Freundinnen machten damals dieselbe Erfahrung. Mit einem Unterschied: Kurz darauf nahmen die meisten die Pille. Dabei hatten sie noch gar keinen Freund, es ging nicht um Verhütung, sondern es ging um das Ausschalten von Schmerzen. Die „Absicherung“ war ein angenehmer Nebeneffekt. Und nicht zu vergessen: Die Planbarkeit! Einfach herrlich. Im Sommerurlaub die Regel zu haben wäre ja auch zu doof gewesen. So ist es einfacher.

Ich finde es sehr kritisch: Warum? Junge Mädchen, die noch mitten in ihrer Entwicklung stehen, bekommen gar keine Möglichkeit, ihren Körper und ihren Zyklus kennenzulernen. Mithilfe der Pille wird er reguliert. Veränderungen des Körpers wie etwa: Ziehen in der Brust, die Veränderung der Körpertemperatur nach dem Eisprung, die Veränderung des Zerfixschleimes und des Ausflusses, das Ziehen in den Eierstöcken kurz bevor die Tage einsetzen – all das Lernen sie nicht kennen. Dabei finde ich genau das besonders wichtig, um später einmal, wenn es um den Kinderwunsch geht, die Signale des Körpers deuten zu können oder auch im Zyklus dabei aufzupassen, wann denn die fruchtbaren Tage sind. Das Wissen über den weiblichen Körper geht ein stückweit verloren, wenn junge Mädchen diese Erfahrungen nie machen durften. Ich weiß, auch meine Mädchen werden nicht von Beginn an die Pille nehmen und wenn es dann soweit ist, dann werden wir uns darüber unterhalten. Ich werde sie über ihren Körper aufklären, ihren Zyklus, den Verhütungsmöglichkeiten und den Gefahren der hormonellen Verhütungsmethoden.

Auch ich habe meine Erfahrungen mit ihnen gemacht: Begonnen habe ich mit 18 Jahren, ich nahm die Pille. Und bekam gleich mal ein paar Kilos mehr, auch Übelkeit bereicherte dann mein Leben. Es war nur ein kurzer Ausflug in das Reich der Pille, ehe ich auf das Pflaster umgestiegen wurde. Ja, ich schreibe es tatsächlich so, denn die Entscheidung traf mein Arzt. Ich war einverstanden und damals noch fest davon überzeugt, verhüten zu müssen. Es sei ja auch meine Verantwortung. Stattdessen hätte es gereicht, auf die Signale meines Körpers zu achten. Seit meiner ersten Schwangerschaft verhüte ich nach der Natürlichen Familienplanung: Ich kenne die Zeichen meines Körpers, ich kenne meinen Körper. Und das ist ein gutes Gefühl. Soll ich nun wegen PMS eine andere Richtung einschlagen? Zurück zu den Hormonen? Nein, defintiv nicht. Die Nebenwirkungen sprechen für sich.

Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille

Ich habe hier nicht alle Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille aufgeschrieben, sondern nur jene, die mich davon abhalten, dieses Präparat einzusetzen. Die Liste ist noch länger, leider. Beginnt ein Mädchen nun mit 12 Jahren die Einnahme, schluckt es dieses Präparat (wahrscheinlich) gute 10 Jahre und länger, bis das Thema Kinderwunsch im Raum steht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber das muss man sich einmal vor Augen halten: 10 Jahre und länger Hormone schlucken! Die Risiken und Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille sind nicht von der Hand zu weisen – es gibt umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Studien in diesem Bereich, die besonders bei den Pillen mit einer hohen Östrogendosis einen deutlichen Anstieg für Thrombosegefahr verzeichneten. Die kombinierten Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation stehen allerdings im Verdacht, aufgrund des hohen Gestagengehalts das Risiko zu erhöhen. Besonders jene Pillen sind es aber, die bei PMS gerne eingesetzt werden und gute Erfolge erzielen. Berichte und Bestätigungen, dass sich dabei um keinen Einzelfall handelt, können auf der Seite Risiko-Pille nachgelesen werden. Sehr interessant! Und für mich eine zusätzliche Bestätigung, keine Hormone mehr zu nehmen.

  • Das Thromboserisiko steigt um das 7-fache! Gerade bei den neuen Pillen ist da Risiko sehr hoch.
  • Erhöhtes Risiko für Embolien
  • Erhöhtes Krebsrisiko
  • Übelkeit und Schwindel
  • Veränderungen der Libido
  • Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen
  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Hauterkrankungen
  • Leberschaden
  • CMS – Chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Post-Pillen-Sterilität (Unfruchtbarkeit nach jahrelanger Einnahme)
  • Verdacht, Diabetes zu begünstigen
  • Störungen der Schilddrüse

Bei dieser Liste nehme ich mir doch lieber einen Tag Krankenstand, als mich ernsthaft in Gefahr zu bringen. Es muss noch einen anderen Weg geben.

Deine Anna

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