Mäggi Kokta: Schwanger – Baby – Stillen … und vegane Ernährung?

Mäggi Kokta schreibt über ihre Erfahrungen und ihre Einstellung zum Thema vegane Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und mit dem Baby:

 

„Ich bin keine Ernährungsberaterin, keine Stillberaterin oder Kinderschwester, das möchte ich voraus schicken. Mir liegt am Herzen, dass so viele Menschen wie möglich sich gesund ernähren und überhaupt Selbstverantwortung übernehmen für den eigenen Körper und die Gesundheit der Familie.

Ich bin überzeugt davon, dass man sich mit pflanzlichen Lebensmitteln völlig gesund und ausgewogen ernähren kann, mit einer großen Einschränkung: alles muss aus biologischem Anbau stammen! Und hier sind wir schon am Anfang einer Ernährungs-Diskussion, die noch vor „vegan oder omnivor?“ (Ernährung mit tierischen Produkten) steht, nämlich der Frage, woher kommt mein Essen? Wo und wie wird es produziert, angebaut, weiterverarbeitet, verpackt, wie viele Zusatzstoffe befinden sich im täglichen Essen, die fragwürdig und verzichtbar sind, was wiederum unweigerlich zum selbst Kochen und Herstellen von Speisen und Lebensmitteln für die Familie führt. Wer sich vegan ernährt, idealerweise bio-vegan, sammelt oft viele Informationen aus Internet, Büchern, Zeitungen, Social Media Plattformen, etc. Durch die bewusste Auseinandersetzung damit, wie das Nahrungsmittel beschaffen ist, das in den Körper gelangt, sind schon die besten Voraussetzungen geschaffen, sich gesünder zu ernähren. Kinder verweigern sehr oft von sich aus Fleisch, noch bevor sie begreifen könnten, dass viel Leid und ein vorher lebendiges Tier dahinter steckt. Ich empfinde es als unverantwortlich, ein Kind zum Fleischessen zu zwingen oder durch (sanften) Druck und Vorwürfe zu beeinflussen. Viel eher sollten wir auf das ungetrübte Gefühl unserer Kinder hören und von ihnen lernen. Klar ist, dass man völlig neue und noch nicht von Traditionen ausgetretene Pfade damit betritt, ja innerhalb der Familie oft erst „neue Wege anlegen“ muss. Aber wer sollte besser dazu geeignet sein, als junge Menschen, junge Familien mit Kindern, die die Fehler der Älteren nicht wiederholen und unseren Planeten für nachfolgende Generationen intakt erhalten wollen. Die Entscheidung, auf tierische Produkte beim Essen zu verzichten fällt oft schwer, weil Alternativen nicht bekannt sind, weil man fürchtet, alte Gewohnheiten aufgeben und sich komplett umstellen zu müssen. In meinem Buch „Jeden Tag vegan genießen“ sowie auf meiner Facebook-Seite mache ich Mut durch einfache Rezepte, durch Hausmannskost, die ich veganisiert habe, mit vielen bekannten Gerichten und Geschmäckern. Hin und wieder ladet die leichte vegane Küche auch zu völlig neuen Geschmacksfeuerwerken ein, aber gerade für Anfänger ist aus meiner Erfahrung wichtig, dass es gut und gewohnt schmeckt, auch wenn die Zutaten ein wenig anders sind als normalerweise.

Mein Tipp ist auch, sich auf die Suche nach einem Hausarzt und/oder Kinderarzt zu machen, der die vegane Ernährung befürwortet oder zumindest nicht völlig ablehnt. Ärzte müssen sich auch selbständig informieren, wenn sie dies nicht tun, fehlen ihnen oft neue Erkenntnisse aus Studien, neue Ernährungsrichtlinien usw. Überhaupt halte ich es für extrem wichtig, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Erstens kann man Probleme, Ideen und auch Rezepte austauschen, sich gegenseitig helfen, man spürt, dass auch andere Menschen neue Wege gehen und damit zufrieden und gesund leben. Auch ist es leichter, etwas Neues zu wagen, wenn man nicht ständig mit Besserwissern oder negativen „Maulern“ konfrontiert ist sondern im Gegenteil, Rückendeckung und Zustimmung bekommt.

Auf den Seiten der Veganen Gesellschaft Österreich oder auch der Seite des Schweizer Arztes Dr. Ernst Walter Henrich  können viele weiterführende Links nachgelesen werden, um gut informiert und gesund bio-vegan zu leben.“

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