Kinderschuhe: Kauftipps für Eltern

Tipps für Eltern beim Schuhkauf
Lederschuhe - unbedenktliche Schuhe für Kinder

Kauftipps für Kinderschuhe

Der Öko-Test zur Schadstoffbelastung in Kinderhschuhen (Sneaker) ließ Eltern erschrecken und verunsichern: Viele der Schuhe sind wahre Schadstoff-Bomben. Nerven- und Blutgifte Arsen, Kadmium und Blei, aber auch krebserregende Stoffe wie Benzidin und Anilin, aber auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, phosphororganische Verbindungen und noch einige mehr, die alle „fußnah“ gefunden wurden. Wie finden Eltern nun Schuhe für Kinder, die unbedenklich getragen werden können?

Die ersten Schuhe

Orthopäden und Ärzte raten davon ab, Babyfüße zu früh in Schuhe zu stecken. Der kindliche Fuß braucht vor allem eines: keinen Schuh. Da die Knochen noch sehr weich sind, können sich die Füße möglicherweise verformen. Viel gesünder für die sensorische und motorische Entwicklung sind barfußlaufen oder nur mit Socken. So können Kinder die ersten Erfahrungen mit Balance und Koordination machen, ohne eingeschränkt zu werden. Es ist ein hartnäckiger Irrtum, dass feste Schuhe das Baby beim Laufen lernen unterstützen. Erst wenn Kinder selbständig und sicher gehen können (so etwa 20 Schritte am Stück) und die Füße vor Verletzungen oder Kälte geschützt werden müssen, ist es Zeit für die ersten Schuhe. Zu früh kaufen ist meist eine ungeeignete Lösung, denn Kinderfüße wachsen schnell. Eine möglichst weiche und flexible Sohle, die viel Bewegungsfreiheit ermöglicht, ist ein wichtiges Kaufkriterium. Schlechte Schuhe können in späteren Jahren zu Fehlstellungen und Rückenschäden beim Kind führen.

Nicht nur beim Kauf von festen Schuhen für draußen sollten Eltern achtsam sein, sondern auch bei Hausschuhen, in denen Kinder deutlich mehr Zeit verbringen als in Outdoorschuhen. Diese sind nur dann notwendig, wenn entweder die Temperaturen erfordern oder sie z.B. im Kindergarten vorgeschrieben sind. Besser sind bei kalten Temperaturen dicke Socken mit einer Anti-Rutsch-Sohle oder Krabbelpuschen aus Leder

Schuhe für Kinder kaufen-  das sollten Sie beachten

Wie wichtig die Auswahl der richtigen Kinderschuhs ist, zeigen alarmierende Zahlen: Fast 1/3 aller Kinder tragen zu kleine Schuhe – neben Muskel- und Gelenksschmerzen drohen bleibende Schäden an den Knien, der Hüfte und natürlich auch an den Füßen. Etwa 96% aller Babys werden mit gesunden Füßen geboren, im Erwachsenenalter sind es nur noch 38%, die gesunde Füße haben.

Die richtige Größe bestimmen

Beim Schuhkauf geht es nicht nur um die Länge (Innensohle), sondern auch die Form der Füße. Ein breiter und hoher Rist braucht andere Schuhe als ein schmaler, zarter Fuß.

Das Problem ist aber, dass die Größenangabe oft nur eine Orientierung  bietet, wie eine Studie der Universität Wien festgestellt hat. Gerade einmal 3% der getesteten Schuhe hatten die tatsächliche angegebene Größe: 45,8% waren eine Größe zu kurz, 36,9% sogar zwei Größen und immerhin noch 10% um drei Größen. Woran das liegt ist leicht erklärbar: Die Größe leitet sich aus dem Leistenmaß ab, mit dem die Schuhe hergestell wurden. Da dieses jedoch nach Schuh und Material unterschiedlich gemessen wird bzw. die Schuhe nach der Herstellung noch schrumpfen, macht es kaum Sinn, sich auf die angegebene Schuhgröße (außer es handelt sich um eine ausgewiesene Echtgröße) zu verlassen. Die Studie hat auch gezeigt, dass es keinen Sinn macht das Kind zu fragen ob der Schuh passt, denn es war Kindern möglich, bis zu 5 Stunden in Schuhen zu laufen, die eine Größe zu kleinn waren. Das Nervensystem meldet eine Beeinträchtigung einfach nicht. Bei den Outdoorschuhen trugen nur 22,7% die richtige Schuhgröße, bei den Hausschuhen nur mehr 9,5%.

Möglichkeiten für die Größenbestimmung

Das Vermessen der Füße klappt am besten mit einem Scanner oder einem fotografischen Messgerät, das in manchen Schuhgeschäften zur Verfügung steht (z.B. Reno). Seien Sie nicht verwundert, wenn die Messung zwei unterschiedliche Ergebnisse liefert. Kinderfüße sind häufig verschieden groß. Orientieren Sie sich beim Schuhkauf am größeren Fuß.

Die Daumenmethode: Während Experten davon ausgehen, dass min. 12mm bis max. 17mm die optimale Zugabe bei Kinderschuhen sind, kaufen Eltern meist nach der Daumenmethode: Zwischen dem größten Zeh (das muss nicht die große Zehe sein!) und der Schuhspitze soll ein Daumen breit Platz sein. So haben die Zehen genügend Freiraum. Da Kinder aber gerne die Zehen einrollen, müssten Eltern nun eine Hand über den Fußrücken legen um zu fühlen, ob die Zehen eingerollt sind oder nicht. Diese Methode ist daher etwas unsicher oder nur bei offenen Schuhen zu empfehlen.

Eine weitere Möglichkeit zur Vermessung ist das Schuhmessgerät plus 12, das ein biegsames Maßband ist, um die Größe von 18 bis 45 zu vermessen. Der ideale Abstand von 12mm zwischen Schuh und Zeh wird dabei automatisch berücksichtigt.

Als Alternative können Sie eine Schablone aus Karton des Fußes erstellen und 12-17mm hinzufügen. Wenn die Vorlage in den Schuh passt, sitzt er richtig. Da sich das Nervensystem noch entwickelt, sollten Sie sich nicht auf die Aussagen der Kinder verlassen: Sie spüren oft nicht, ob der Schuh zu eng ist oder an einer Stelle drückt. Vielmehr spielt die Optik eine größere Rolle, die den Kauf beeinflusst.

Noch ein Tipp: Gehen Sie nachmittags Schuhe für Ihr Kind einkaufen, denn wie bei Erwachsenen schwellen die Füße untertags an. Überprüfen Sie die Passform etwa alle 3 Monate.

Kinderschuhe, die wir empfehlen:

 

Weitere Kriterien beim Schuhkauf

Die Schuhform: Bewegungsfreiheit und fester Halt stellen keinen Widerspruch dar, denn gute Kinderschuhe gewährleisten beides. Achten Sie daher darauf, dass der Schuh zur Fußform passt. Auch eine feste Fersenkappe ist wichtig, um im Rückfußbereich Stabilität zu gewährleisten.

Eine flexible Sohle: Beim Schuhkauf verbiegen Eltern die Schuhe gerne in alle Richtungen. Warum? Eine flexible Sohle, die bei Lauflernschuhen bei den meisten Modellen gegeben ist, ermöglicht eine hohe Bewegungsfreiheit und ein gutes Abrollen, das für die Entwicklung der Füße enorm wichtig ist. Auch bei den größeren Größen muss dieses Kriterium beachtet werden.

Qualität: Keinesfalls dürfen Schadstoffe in Schuhen für Kinder verarbeitet sein. Hochwertige und belastbare Materialien sorgen für eine lange Lebensdauer. Günstige Kinderschuhe werden meist im asiatischen Raum hergestellt, der geringeren Schadstoff-Auflagen unterliegt. Die Folgen können chemischen Ausdünstungen und Kontaktallergien sein. Materialien wie Leder, Baumwolle oder Segeltuch sind Schuhen aus Kunststoff unbedingt vorzuziehen. Auch Reflektoren oder Blinklichter zur Sicherheit im Dunkeln stellen ein Qualitätskriterium dar. Öko-Test empfiehlt, auf Neonfarben zu verzichten und auf Qualitätssiegel zu achten.

Der Verschluss: Damit Kinder in ihrer Entwicklung in Richtung Selbständigkeit unterstützt werden, sollten die ersten Kinderschuhe praktischerweise einen Klettverschluss oder Reißverschluss haben. So können sie das An- und Ausziehen selbst üben. Auch für Eltern bringt dies einen erheblichen Vorteil, denn Kleinkinder ziehen ihre Schuhe gerne mal aus und das ewige Zubinden oder Festerziehen bleibt so aus. Erst im Vorschulalter machen Schuhe mit Schnürsenkel Sinn, weil Kinder dann auch schon fähig sind, diese selbst zu binden.

Wechselschuhe: Kinderfüße schwitzen noch schneller und leichter als Erwachsenfüße. Wechselschuhe sind eine gute Investition, um ein gutes Schuhklima zu gewährleisten, das Risiko von Pilzerkrankungen zu senken und den Tragekomfort zu erhöhen. Und vorallem : Kinder nie ohne Socken in die Schuhe schlüpfen lassen.

Second Hand: Gebrauchte Kinderschuhe?

Da Kinderfüße rasend schnell wachen (1-3 Jahre 1,5mm pro Monat, 3-6 Jahre 1mm pro Monat), passen sie im Durchschnitt nur etwa 3 Monate. Sofern Schuhe nicht stark eingegangen sind oder einseitig abgelaufen, spricht nichts gegen die Zweitverwendung, die auch ökonomisch und ökologisch einen Mehrwert bietet. Manche Schuhhersteller bieten auch die Möglichkeit, das Fußbett zu tauschen.

…. Und was ist mit Billigschuhen?

Discounter bieten immer wieder Schuhe ab 10 Euro das Paar an – aber was taugen diese Schuhe oder müssen es immer 50 Euro aufwärts sein? Gerade Familien mit mehreren Kindern überlegen da gerne einmal, lieber beim Discounter oder großen Ketten zu shoppen, um ein wenig Geld zu sparen.

Nun ja, wer viel Geld ausgibt, bekommt in der Regel auch einen guten Schuh, wobei es auch hier Qualitätsunterschiede gibt. Der Preisunterschied hat schon seine Berechtigung, allerdings heißt das nicht, dass Billigschuhe keine Alternative darstellen: Gerade als Zweitpaar eignen sie sich besonders gut oder für einmalige Tragegelegenheiten wie Laufveranstaltungen, Hochzeiten etc

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