Ernährung beim Stillen

Baby trinkt an der Brust
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Das Baby bekommt über die Muttermilch alles was es für eine gesunde Entwicklung braucht. Für stillende Mütter macht es daher Sinn, während der Stillzeit auf die eigene Ernährung zu achten, sie zu überprüfen und vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle zu verbessern.

Ernährung beim Stillen – worauf muss man achten?

Für stillende Mütter gibt es keine speziellen Lebensmittel, die sie unbedingt meiden sollten, außer Genussmittel (wie Alkohol, Nikotin, Drogen) und einige Medikamente. Um Magen-Darm-Problemen vorzubeugen, empfiehlt sich der Verzicht auf Speisen mit rohen Eiern, rohem Fleisch, rohem Fisch oder Muscheln.

Trotz dieser Tatsache bemerken viele stillende Mütter, dass besonders junge Babys noch empfindlich reagieren, unruhig werden, quengeln und mehr weinen. So kommt es vor, dass das Baby auf manche Lebensmittel mit Blähungen oder lokalen Hautreizungen reagieren.

In diesem Fall bleibt es einem nicht erspart, bestimmte Lebensmittel während der Stillzeit wegzulassen um herauszufinden, worauf das Baby reagiert hat: Häufig sind es blähende Lebensmittel wie Germ/Hefe (Pizza, Semmeln, etc.), aber auch Gemüsesorten wie Kohl, Zwiebel, Bohnen, Linsen und Obstsorten mit hohem Säureanteil (exotische Früchte, Ananas, Orangen, Zitronen, Kiwi etc.).

Hebammen empfehlen, alle Lebensmittel in Maßen zu genießen und Abwechslung in den Speiseplan zu bringen, damit Unverträglichkeiten vermieden werden. Beobachte dein Baby also während der Stillzeit um zu wissen, welche Nahrungsmittel ihm nicht gut tun.

Erhöhter Kalorienbedarf in der Stillzeit?

Ja, der Kalorienbedarf in der Stillzeit ist erhöht. Etwa 300-600 Kalorien mehr werden pro Tag benötigt und sollten daher in die Ernährungsplanung mit eingebunden werden. Dabei handelt es sich nicht um einen Freibrief für Schokolade, Kuchen & Co., sondern um gesunde Lebensmittel in Form von Obst und Gemüse. Am besten nimmt man sich zum Stillen immer einen kleinen Teller mit aufgeschnittenem Obst und ein paar Nüssen, dazu ein Glas Wasser für ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

Tipps für eine gesunde Ernährung beim Stillen

– Mehrmals täglich frisches Obst und Gemüse essen (5 Portionen)
– Vollkornprodukte (Brot, Reis, Nudeln)
– 2-3 Portionen Fleisch und Fisch pro Woche
– Täglich Milchprodukte in Form von Joghurt, Käse, Milch
– Hochwertige, ungesättigte Pflanzenöle
– 2-3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee (ausgenommen Salbei- und Pfefferminztee)

Kaffee, Rauchen, Alkohol und Stillen

Die enthaltenen Wirkstoffe des Kaffees und Alkohols gehen teilweise in die Muttermilch über und so trinkt auch das Baby mit. Dessen muss sich jede stillende Mutter bewusst sein. Du musst zwar nicht konsequent auf Kaffee verzichten, jedoch den Konsum auf 2-3 Tassen pro Tag einzuschränken wäre gut.

Bei Alkohol gilt jedoch: Besser nicht. Wenn man dennoch ein Gläschen trinken möchte, dann am besten gleich nach dem Stillen, denn dann ist das Baby satt und bis zur nächsten Stillmahlzeit sollte sich der Alkoholspiegel wieder abgebaut haben. 30-60 Minuten nach dem Alkoholkonsum ist die Konzentration am höchsten, daher sollte zur nächsten Stillmahlzeit ausreichend Abstand bestehen.

Drogen und Nikotin haben ähnlich dem Alkohol nichts in Babys Nähe oder Bauch verloren. Es gibt geteilte Meinungen, ob das Stillen im Falle einer Nikotinabhängigkeit besser ist oder ob lieber auf Pre-Nahrung zurückgegriffen werden sollte.

Mehr Informationen auch über mögliche andere Schadstoffe in der Muttermilch findet ihr hier.

Nahrungsmittel für die Milchbildung

Zu wenig Milch ist ein Thema, das bei vielen stillenden Müttern auftritt. Doch was hilft?

Nach Bedarf statt nach Rhythmus stillen und so oft wie möglich anlegen sind für den Stillerfolg ausschlaggebend – nur wenn genug an der Brust gesaugt wird, bildet sich die Milch. Es gibt Nahrungsmittel, die sich positiv auf die Milchbildung auswirken. Dazu zählen Vollkorngetreide, Trockenfrüchte, Bierhefe, Mandeln und Nüsse, diese können somit gerne in die Ernährung während der Stillzeit eingebunden werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sollte zum festen Bestandteil des Lebens werden. Statt zu Schokolade und Chips zu greifen, sind ein Joghurt, Käse oder eine Ofenkartoffel gesündere Alternativen, die auch die Milchbildung anregen.
Ebenso helfen Milchbildungstees und verdünnter Himbeersaft, die Milchproduktion anzukurbeln. Flüssigkeitszufuhr ist besonders wichtig, aber übertreiben sollte man es nicht: Mehr als 3 Liter pro Tag sollten es nicht sein. Andere Wege um die Milchproduktion anzukurbeln haben wir in unserem Artikel „Zu wenig Milch beim Stillen“ vorgestellt.
Vorsicht ist bei Salbei- und Pfefferminztee geboten, denn diese hemmen die Milchbildung und werden beim Abstillen eingesetzt.

Ein Geheimtipp der Hebammen sind besondere Milchbildungskugeln, die nicht nur als Snack unheimlich lecker sind, sondern auch schnell zubereitet werden:

Zutaten:

  • 250 g Weizen
  • 150 g Gerste
  • 100 g Hafer
  • Cashewnüsse
  • 150 g Butter
  • 150 g Vollrohrzucker
  • 2-3 EL Wasser oder Milch

Das Getreide fein mahlen und zusammen mit den Cashewnüssen in einem Topf anrösten, bis die Masse leicht braun ist. Die Butter hinzugeben und umrühren, bis sie geschmolzen ist, anschließend noch den Zucker beimengen, vom Herd nehmen und Wasser/Milch untermischen. So wird die Masse klebrig und lässt sich gut formen. Nun kleine Kugel daraus formen, kühl lagern und zwischendurch immer wieder zugreifen.

 

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