Die Welt nach dem Coronavirus

Die Sonne geht in einem Wald auf.

Es wird ein Leben nach dem Virus geben

Wie wird unsere Welt wohl aussehen? Wird alles wieder zum Alten zurückkehren oder vielleicht auch nicht? Mathias Horx vom Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main hat eine interessante – wie er sie nennt – Corona-Rückwärts-Prognose aufgestellt, in der „wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei“ ist.

Unsere Welt im Herbst 2020

Aufgrund des Coronavirus geht es in der Welt drunter und drüber und wir trauen uns zu sagen, dass jeder einzelne Mensch hofft, dass so rasch wie möglich alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Jedoch löst sich die Welt, so wie wir sie kennen, auf und wird mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht wieder wie vorher sein.

Eine gute Veranschaulichung bietet Horx mit folgender Situation:

   „Wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt. Es ist warm und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona? Oder sogar besser?“

Wir werden uns wundern. Wundern darüber, dass Social Distancing nicht zur Vereinsamung geführt hat, sondern sogar zu Erleichterung und Stressreduzierung. Wir haben nicht aufgehört zu kommunizieren. Wir haben andere Wegen gefunden. Wege, die vielleicht schon als „out“ bezeichnet wurden, wie z.B. das Telefonieren. Wir lernen wieder die Dinge zu schätzen, die für uns selbstverständlich waren.

Nähe durch Distanz

„Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert. Bindungen wurden verstärkt, die lose und locker geworden waren. Wir haben Zeit gefunden mit Freunden und Familienmitgliedern zu telefonieren  – zu reden. Familien, Nachbarn und Freunde sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.“ – so Horx.

Auch im Bereich Digitalisierung tat sich so einiges. Wir werden uns wundern! Meetings, welche damals dringendste Anwesenheit benötigten, können plötzlich mit Videokonferenzen abgehalten werden. Dinge, die in-house erledigt werden mussten, werden zu Hause im Wohnzimmer gelöst und noch vieles mehr.

Neuer Lebensstil

Wir haben plötzlich alle angefangen, unseren Lebensstil zu überdenken und daran zu arbeiten. Faul auf der Haut liegen und Trash-TV sind out. Wir tun etwas für uns! Wir haben begonnen wieder regelmäßig Sport zu betreiben oder Spazieren zu gehen. Menschen bilden uns weiter und lesen ein Buch. Tun all die Dinge, die durch den hektischen Alltagsstress in Vergessenheit gerieten und hinten angestellt wurden. Wir lernen diese Dinge zu schätzen.

Bereits im Sommer 2020 wurden Medikamente gegen den COVID-19 gefunden und wir haben gelernt, mit dieser Krankheit wie mit einer Grippe oder ähnlichem umzugehen.

Wir werden uns wundern, dass das Wirtschaftstief zur Zeit des Coronavirus uns, im Nachhinein betrachtet, nicht so geschadet hat, wie wir uns zu Beginn vorgestellt haben.

„In der neuen Welt spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten. Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?“

Die RE-Gnose

Doch wieso schreibt Horx in einer Re-Gnose und nicht als Vorschau in die Zukunft? Er bezeichnet sie als Gegenwartsbewältigung durch einen Zukunftssprung. Eine Re-Gnose wirkt für uns irritierend. Das liegt daran, dass unser „Zukunfts-Sinn“ meist nur auf Gefahren und Probleme, welche zu überwinden sind, eingeht.

Re-Gnosen sorgen jedoch dafür, dass wir uns selbst in die Zukunftsrechnung mit einbeziehen. Wir setzen uns innerlich mit der Zukunft in Verbindung. Es entsteht eine Brücke zwischen Heute und Morgen, ein »Future Mind« – Zukunfts-Bewusstheit.

„So erweist sich: Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahr-Nehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren.“

Die Botschaft

Das und vieles mehr beschreibt Mathias Horx in seiner Kolumne „Future Mind“ über die Welt nach der Corona Krise. Uns hat dieser Text sehr zum Nachdenken angeregt und sind auf weitere Beiträge gespannt. Auch in seinem Buch „15 1/2 Regeln für die Zukunft“ beschreibt Horx Zukunftsängste, Bewältigungsstrategien und ein neues Verständnis von Wandel sowie Visionen und ihre Funktionen.

Um es mit Mathias Horx‘ Worten abzuschließen: „Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.“

www.horx.com

www.zukunftsinstitut.de

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