Bio – was steckt hinter den Gütesiegeln?

Lebensmittel in Bio-Qualität stehen bei Konsumenten groß im Kurs. Nicht nur, dass sie besser schmecken und mehr Nährstoffe enthalten, sollen sie auch die Umwelt schonen. Inzwischen hat das Bio-Image seinen Öko-Status verloren und kaum mehr ein Supermarkt führt keine eigene Bio-Marke oder ein Regal mit Bio-Lebensmittel. Doch schmeckt es wirklich besser? Und ist es auch gesünder?

Was macht Bio besser?

Konventionelle Landwirte bestellen ihre Äcker einseitig und Pflanzen immer nur eine bestimmte Pflanze, wodurch die Erde auslaugt und natürliche Nährstoffe verloren gehen. So müssen Kunstdünger zum Einsatz kommen, aber auch Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel, um die Saat zu schützen. Diese Rückstände sind dann auch in unserem Essen zu finden und gelangen so in unseren Körper und über unsere Ausscheidungen zurück ins Grundwasser. Besonders für Babys kann die Aufnahme der Giftstoffe sich negativ auf den kleinen Organismus auswirken.

Bei Biobauern gibt es keine Pestizide oder Kunstdünger, stattdessen verwenden sie Tiermist und setzen auf eine natürliche Vielfalt bei den Pflanzen. So kann sich der Boden erholen und bleibt auf natürliche Weise fruchtbar – die Folgen: Obst und Gemüse sind nicht belastet und weisen somit eine höhere Qualität auf.

Aber nicht nur bei Obst und Gemüse, auch beim Fleisch und Fisch setzen Biobauern auf andere Maßstäbe: Statt Mastbetrieben und zu engen Ställen, Überfütterung und Tierquälerei, bekommen die Tiere Auslauf in der Natur. Jungtiere bleiben bei der Mutter, und werden gesäugt, das Futter ist nicht mit Antibiotika versetzt um die in Mastbetrieben gehaltenen Tieren vor Krankheiten und Epidemien zu schützen, denn die Massentierhaltung ist eine Brutstätte für Bakterien mit mehreren Antibiotikaresistenzen. Tiere mit artgerechter Haltung bekommen biologisch angebautes Futter zu fressen, ebenso Gras und Heu. Weder Hormonspritzen für schnelleres Wachstum oder mehr Ertrag, noch chemische oder synthetische Futterzusätze gelangen in die Nahrungskette und damit auch nicht in den Menschen. Wenn ein Tier erkrankt, muss auch der Biolandwirt u einer Antibiotika-Spritze greifen, doch dürfen die Produkte wie etwa Eier oder Milch dann für einige Zeit nicht verkauft werden – die Wartezeit gilt zwar auch für konventionelle Bauern, doch ist bei Biobauern die Wartezeit doppelt so lange. Da Biobauern weniger Tiere halten, die Qualität aber höher ist, muss für das Bio-Fleisch auch tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden.

Doch ist Bio dadurch automatisch gesünder? Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass der Mythos vom vermeintlich gesünderen „Bio-Essen“ ein Trugschluss ist. Fakt ist jedoch, dass die Umwelt geschont wird, ein artgerechtes Leben ermöglicht wird und das Essen weniger schad- und giftstoffbelastet ist. Das alleine sind schon genug Gründe, doch lieber zur Bio-Gurke zu greifen.

Der Wirrwarr mit den Bio-Siegeln

Die Vielzahl an Bio-Kennzeichnungen und Siegel ist für den Verbraucher verwirrend. Viele der Siegel täuschen eine Bio-Qualität lediglich vor, wie etwa: Alternative Haltung, biologische Schädlingsbekämpfung, naturgedüngt, ungespritzt, nicht chemisch behandelt, integrierter Anbau, umweltverträglich.

Bioprodukte müssen als solche gekennzeichnet sein und unterliegen strengen gesetzlichen Richtlinien. Der Begriff Bio ist durch die EU-Verordnung 834/2007 und 889/2008 gesetzlich geschützt – das gewährleistet eine für alle Mitgliedsländer verbindliche Verordnung, die Pflanzenbau, Tierhaltung, Verarbeitung, Handel und die Kennzeichnung regelt.

Nur Bio-Produkte, die diesen Standard erfüllen, dürfen die Bezeichnungen „aus (kontrolliert) biologischem (ökologischem) Anbau (Landbau)“ oder „aus (kontrolliert) biologischer (ökologischer) Landwirtschaft“ tragen.

Ein weiterer Hinweis sind auch die Gütesiegel, die eine Einhaltung der Richtlinien versprechen.

 

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