Baby-led Weaning: Fingerfood statt Brei

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sein beikostreifes Baby an feste Nahrung heran zu führen. Ein Weg, den immer mehr Eltern gehen, ist das sogenannte „Baby-led Weaning“ (BLW).

Bei dieser Beikostform wird kein Brei zubereitet, sondern es gibt Familienkost von Anfang an. Es ist für viele Eltern ein stressfreierer Weg, weil so gut wie alles erlaubt ist. Einer der wesentlichen Vorteile dieser Methode der Beikosteinführung ist, dass das Kind ein optimales Sättigungsgefühl entwickelt, was erwiesenermaßen späterem Übergewicht vorbeugt. Das Baby wird in eine neue Welt der festen Kost eingeführt und darf diese mit allen Sinnen erkunden: Tasten, riechen, schmecken – und auch damit spielen. Feste Nahrung bleibt somit im ersten Lebensjahr eine BEIkost und keine ERSATZkost.

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10 Tipps für Beikost nach BLW

  1. Beikostreife abwarten! Diese ist bei den meisten Babys um den sechsten Monat gegeben, bzw. wenn sie aufrecht sitzen können, der Zungenstoßreflex nicht mehr gegeben ist (oder stark vermindert) und sie deutliches Interesse am Essen und Kauen zeigen.
  2. Am besten mit Gemüse- oder Obststicks anfangen. Die Stücke sollten länger als die Faust sein. Nach und nach auch andere Konsistenzen und Formen sowie normales Familienessen anbieten.
  3. Kein Honig, Zucker (v.a. Industriezucker) und keine ganzen Nüsse im ersten Lebensjahr! So salzarm wie möglich kochen (max. 1g Salz/Tag für Säuglinge) und beachten, dass Salz in vielen Lebensmitteln (z.B. in Brot, Schinken, Käse,etc.) bereits enthalten ist.
  4. Ausreichend Zeit und Geduld für das gemeinsame Essen und den Beikoststart nehmen!
  5. Nicht entmutigen lassen, wenn nicht immer das gegessen wird, was gekocht wurde. Es gibt Tage, da landet das meiste am Boden und nicht im Mund.
  6. Weiterhin nach Bedarf stillen oder Fläschchen geben! So wird das Baby mit allen Nährstoffen versorgt, die es braucht, auch wenn feste Nahrung noch nicht in großen Mengen aufgenommen wird.
  7. Übung macht den Meister! Je öfter man seinem Baby die Möglichkeit gibt, Nahrung in dieser Form kennenzulernen, desto besser und geschickter gehen sie damit um. Am besten einfach zu allen Familienmahlzeitung und Zwischenmahlzeiten dazu setzen.
  8. Einen Erste Hilfe Kurs besuchen oder sich relevante Videos dazu anzusehen. Verschlucken kann anfangs dazu gehören. In diesen Fällen ist es wichtig zu wissen, wie man reagiert.
  9. Ein gut zu reinigender Hochstuhl, Ärmellätzchen und ein rutschfester Teller gehören zur Grundausstattung am Anfang.
  10. Weiterführende Literatur zum Thema durchstöbern oder einen Workshop besuchen.

 

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