Aromaküche: Kochen mit Aromaölen – die Nase isst mit

rote Rose

Keineswegs sind Aromaöle nur für Duftlampen oder als Massageöle verwendbar, sie können auch in der Küche kreativ und unterstützend verwendet werden. Kochen mit ätherischen Ölen ist ein neuer Trend, der immer mehr Menschen anzieht.

Kochen mit Aromaölen – keine neue Erfindung

Bei der Aromaküche handelt es sich keineswegs um eine neumodische Erfindung, denn bereits vor mehr als 7000 Jahren haben die Chinesen ihren Wein mit Aromaölen konserviert. Auch im alten Ägypten wurden gerne sogenannte Duftbecher aus Kräutern, Essenzen und Gewürzen als Aperitif gereicht. Doch auch die Römer erfreuten sich an den Duftölen und entspannten mit duftendem Kräuteröl parfümierten Badewasser. Dieses Vorgehen fand auch in den öffentlichen Badeanstalten Einzug und wurde zu einem beständigen Ritual. Erst nachdem man mit einem Aromaöl eingerieben wurde, erfolgte ein kaltes und lauwarmes Bad, bevor das Badeerlebnis mit einer heißen Badeanwendung endete. So haben Kräuterbäder bis heute einen therapeutischen Effekt.

Während die Essenzen, die ätherischen Öle der Pflanze in der Natur dazu dienen, Insekten oder andere Tiere anzulocken oder Krankheiten abzuwehren, finden die in der Küche in hochkonzentrierter Form ihren ganz speziellen Einsatz. Und zwar zum Verfeinern oder Variieren von Speisen. Doch so ungewöhnlich es im ersten Moment klingen mag, ist es dennoch einen Versuch wert, einmal etwas Neues und Ungewöhnliches auszuprobieren.

Kochen mit Aromaölen – ein sinnliches Vergnügen

Duftöle sind wahre Muntermacher für Geist und Körper. So wird das Kochen zu einem sinnlichen Erlebnis, das stimuliert, anregt und den Geist ins Gleichgewicht bringt. So werden Stress und negative Verstimmungen nebenbei wie ausgelöscht.

Auf kreative Art und Weise ergänzen und erweitern die ätherischen Öle die Möglichkeiten der Würzung, da sie frische Zutaten durch einen behutsamen Einsatz weniger Tropfen unterstreichen und hervorheben können. Man muss nur wissen wie. Da aber frische Kräuter vorwiegend im Sommer zur Verfügung stehen, können ätherische Öle als natürliche Alternative auch in der kalten Jahreszeit eingesetzt werden.

Ätherische Öle – Schlüssel zur Öffnung des Magens

Frei nach dem Motto „Sesam öffne dich“ regen die ätherischen Öle den Speichelfluss an, bringen die körpereigenen Säfte zum Fließen und regen die Verdauung an. Denn sie haben nicht nur eine appetitanregende Wirkung, sondern einige ausgewählte Öle auch eine desinfizierende bzw. antibakterielle, wie etwa Oregano, Thymian oder Bohnenkraut. Melisse und Zitrone helfen bei viralen Infekten.

Weniger ist mehr

Doch da es sich bei den Duftölen um hochkonzentrierte Essenzen aus der Pflanze handelt, gilt: Weniger ist mehr. Nur 2-3 Tropfen genügen, um dem Gericht eine neue Nuance zu verleihen. So entspricht etwa 1 Tropfen Rosenöl dem Duft von 30 Blüten – hier genügt auch schon ein Tropfen. Daher ist es sinnvoll, zu Beginn sehr sparsam mit den Aromaölen umzugehen, damit der Duft nicht aufdringlich wird. Nachwürzen ist in diesem Falle erlaubt und noch besser hält sich das Aroma, wenn es erst kurz vor dem Servieren beigemengt wird.

Wie auch bei Massageanwendungen, entfalten viele der Öle ihr Aroma erst in Kombination mit Speiseöl, Butter, Alkohol, Essig, Schlagobers oder Eigelb. So kann es etwa mit ein wenig Öl angerührt werden oder in Speisen gegeben werden, die diese Komponenten enthalten. Besonders wichtig ist es, bei der Auswahl der Öle auf eine hohe Qualität zu achten: So sind naturreine Produkte besser geeignet als Mischöle, denen synthetische Öle beigefügt wurden. Wer also die Bezeichnungen „100% ätherisches Öl“, „100% naturrein“ oder „kbA“ bzw. „Ws“ auf dem Etikett sieht, kann zugreifen. Aber auch der Hinweise „a“ für authentisch ist ein Qualitätsmerkmal.

Welches Öl passt zu welchem Gericht?

Wer noch am Anfang seiner Experimentierphase steht, wird mit den vielen verschiedenen Dürften überfordert sein und sich schnell fragen: Und was passt jetzt dazu? Dabei ist das gar nicht so schwer.

Das Öl Lavendel findet seinen Einsatz bei Salaten, Quiches, Fisch, Fleisch, Eis und Süßspeisen und verleiht eine feine mediterrane Note. Mandarine passt hingegen hervorragend zu Rohkost, Salaten, Joghurt, Topfen und Pudding – aber auch die Orange passt zu süßen und salzigen Speisen. Besonders beliebt bei Obst, Saucen, Kuchen und Eis ist Bergamotte, aber auch Pfefferminze wird gerne in Verbindung mit Schokolade und Sorbets angeboten. Rinnt dir jetzt auch schon das Wasser im Mund zusammen?

Die persische Rose ist der Hauptvertreter in mediterranen und persischen Gerichten. Vanilleöl verfeinert Fisch, Fleisch, Gemüse und auch Honig. Und die Zitrone? Die ist ein Alleskönner und passt zu süßen, sauren und salzigen Gerichten, aber auch in Mineralwasser und Shakes. Ein Tropfen Kreuzkümmel verleiht dem Hummus den letzten Schliff. Ingwer passt zu allen asiatischen Gerichten, kann aber auch in süß-scharfen Gerichten verwendet werden. Der erotisierende Duft Ylang Ylang passt für süße Getränke, Eis und Süßspeisen, aber auch Backwaren. Wer sich an Raffaello nicht sattessen kann, sollte keinesfalls auf Tonka verzichten: Dieses Öl passt zu Desserts, Kaffee, aber auch Sojagetränke und verleiht eine nussige, mandelige Note.

Aromaküche Rezeptideen

Schoko Tarte (gefunden bei feeling)
200 g Schokolade (geschmolzen)
100 g Kokosöl nativ bio (geschmolzen)
100 g Butter (geschmolzen)
125 g (Birken)Zucker
4 Eier
80 g Mehl
4 Tropfen ätherisches Blutorangenöl bio
2 TL Kokosöl zum Ausfetten der Form

Zubereitung:
Backrohr auf 185 Grad Ober- / Unterhitze vorheizen.
Zuerst Eier und Zucker schaumig rühren. Schokolade, Kokosöl und Butter im Wasserbad erwärmen, schmelzen lassen und unter die Eiermasse rühren. Dann 4 Tropfen ätherisches Blutorangenöl hinzufügen, das gibt einen dezenten fruchtigen Geschmack – herrlich!
Zum Schluss das Mehl unterheben und in die gefettete Tarteform füllen. Für ca. 30 Minuten ins Rohr – der Kuchen sollte noch richtig saftig, aber nicht mehr flüssig sein.

 

Saftiger Marillenkuchen mit Zitronenöl und Tonkaöl (gefunden bei feeling)
4 Eier
170 g Birkenzucker (Alternativ: konventioneller Zucker)
1 Prise Meersalz naturfein
90 g Kokosöl nativ bio (flüssig)
3 Tropfen Tonkaöl (im Wasserbad leicht erwärmen)
4 Tropfen Zitronenöl bio
200 g Mehl
½ Pckg. Backpulver
reife Marillen

Zubereitung:

Zuerst Eier und Zucker schaumig rühren. Anschließend das Meersalz und die ätherischen Öle Zitrone bio und Tonka unterrühren.

Anschließend wird das flüssige Kokosöl bio in den Teig gerührt.

Nun brauchen wir Mehl und Backpulver, dies sollte immer gesiebt werden, um Klumpen zu vermeiden. Dann einfach mit der Teigkarte unter den Teig heben und anschließend in eine runde Kuchenform füllen. Damit der Teig nicht anklebt, kann die Form mit Kokosöl gefettet oder mit Backpapier ausgelegt werden. Anschließend noch mit den Marillenhälften belegen und bei 175 Grad Unter- und Oberhitze für ca. 35 Minuten backen.

 

Pastinakencremesüppchen
1 EL Kokosöl
1 Zwiebel
2-3 Zehen Knoblauch
1-2 Pastinaken
1 mehlige Kartoffel
2 Karotten
1 kleiner Apfel
Ca. 100 ml Kokosmilch
1 TL Meersalz naturfein
2 Tropfen ätherisches Kurkumaöl (CO2 Extrakt)
½ TL Currypulver
Meersalz mit Chili & Cayennepfeffer
Pfeffer

Zubereitung: Zwiebel und Knoblauch im Kokosöl anrösten. Pastinaken, Kartoffeln, Karotten und Apfel schälen, in kleine Stücke schneiden und ebenfalls kurz mitbraten. Anschließend mit Wasser auffüllen, sodass alles gut bedeckt ist. Auf kleiner Flamme weich köcheln. Dann von der Flamme nehmen und alles schön pürieren. 1 TL Meersalz mit 2 Tropfen ätherischem Kurkuma-Extrakt gut vermischen und in die Suppe geben, sowie Currypulver dazu. Anschließend ca. 100 ml Kokosmilch zum Verfeinern unterrühren sowie mit Pfeffer und Meersalz mit Chili und Cayennepfeffer abschmecken. Frische Kräuter drüber et voila!

 

Kürbiskuchen mit Schoko & Nuss
350 g Kürbis (geraspelt)
100 g Schokolade
4 Eier
130 g Birkenzucker
5 Tropfen ätherisches Zitronenöl
5 Tropfen ätherisches Zimtrindenöl
130 g Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse, …)
100 g Mehl
1 TL Backpulver
1 Prise Meersalz naturfein

Zubereitung:
Eier mit Zucker schaumig rühren, dann die ätherischen Öle hinzufügen. Nüsse, Mehl, Backpulver und Salz mischen und unter die Eiermasse heben. Zum Schluss den geraspelten Kürbis und die Schokolade in kleinen Stücken unter die Masse rühren.
In die mit Backpapier ausgelegte Form füllen und bei 180 Grad ca. 50 Minuten backen (Stäbchenprobe).
Wer will, kann noch etwas Birkenzucker Staub über den Kuchen streuen.
Der süße Kürbiskuchen ist sehr saftig und hält lange frisch!

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