Als Paar getrennt – als Eltern zusammen

Paar nachdenklich

Wie es gelingt, trotz Trennung, gemeinsam für eure Kinder da zu sein

Eine Trennung passiert nicht plötzlich. Es ist meist ein langer Prozess, in der sich ein Paar auseinanderlebt. Irgendwann fällt jedoch die Entscheidung, getrennte Wege zu gehen. Das endgültige Aus passiert jedoch häufig im Affekt. Ein großer Krach und plötzlich ist ein Zusammenleben nicht mehr möglich.

Die meisten Eltern wünschen sich danach, dass ihre Kinder so wenig wie möglich unter der Trennung leiden. Was nicht immer leicht zu realisieren ist. Meist möchte ein Elternteil die Trennung mehr als der andere.

Trotz all dem Schmerz ist es wesentlich, dass beide Elternteile für die Kinder verfügbar bleiben. So kann sich ihr Selbstwertgefühl bestmöglich entwickeln. Besonders in der Anfangszeit ist es oft schwierig, eine gemeinsame Gesprächsbasis zu finden.

ABER: Es kann gelingen!

Entscheidet euch, trotz aller negativer Emotionen, dafür, aus eurer Liebesbeziehung eine Art Arbeitsgemeinschaft werden zu lassen. Sie ist die beste Basis, um eine Trennung für alle so erträglich wie möglich zu gestalten. Es muss gelingen, die gescheiterte Partnerschaft von der Elternschaft zu trennen, und in allen Punkten, die die Kinder betreffen, nach wie vor an einem Strang zu ziehen.

Wut, Verbitterung und Angst können in der ersten Zeit nach dem Aus vorherrschen. Achtet darauf, die negativen Emotionen zur Trennung nicht in Gespräche zum Thema Erziehung hineinzubringen.

Im Vordergrund sollte stehen, ein gemeinsames Erziehungskonzept für die Zeit nach dem partnerschaftlichen Miteinander zu entwickeln. Wichtigste Voraussetzung ist dabei, möglichst Vieles bis ins Detail zu planen und festzulegen. So gibt es wenig Raum für Missverständnisse und Interpretationen. Betracht die Zusammenkünfte als „Sondierungsgespräche“. Ziel ist es dabei, die beste Lösung für eure Kinder zu finden. Die offene Kommunikation ist dabei das Wichtigste.

Drei Fragen sollten dabei im Vordergrund stehen:

Wie schaffen wir es, dass die Betreuung möglichst stabil bleibt?

„Zu-Bett-geh-Rituale“ sollten möglichst beibehalten werden. War Papa dafür 2x die Woche verantwortlich, sollte das auch in Zukunft so sein. Ob dies bei Mama oder Papa stattfindet, ist dabei nicht so wichtig. Der Kindergarten oder andere Betreuungsstätten sollten gerade zu Beginn nicht gewechselt werden.

Wie schaffen wir es, dass die Beziehung zu Mama und Papa die gleiche bleibt?

Die Trennung der Eltern löst bei Kindern Verlustängste aus. Ein gemeinsames Gespräch, am besten mit beiden Elternteilen, hilft. Vermittelt euren Kindern, dass sich in Zukunft an der Liebe und Nähe, die sie bekommen, nichts ändern wird. Und versucht dies zu realisieren.

Getrennt leben, aber trotzdem die gemeinsame Elternschaft. Wie kann das funktionieren?

Stimmt euch in regelmäßigen Abständen zu allen Themen, die eure Kinder betreffen ab. So könnt ihr eure Kinder nicht gegeneinander ausspielen. In der ersten emotionsgeladenen Zeit ist dies auch per Mail oder telefonisch möglich. Versucht zu akzeptieren, dass sich eure Vorstellungen in manchen Dingen auch unterscheiden können. Kinder können damit umgehen, wenn bei Mama andere Regeln gelten als bei Papa. Solange diese konsequent eingehalten werden.

Zugegeben, es klingt theoretisch alles viel leichter, als es in der Praxis ist. Aber es lohnt sich, dafür zu kämpfen, um eure Kinder auch nach der Trennung glücklich und ausgeglichen zu sehen.

 

Lisa Weiss, BA. MBA
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