Erste Hilfe am Kind – Teil 3: Pseudokrupp

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Pseudokrupp – ein Schreckgespenst. In den Herbst- und Wintermonaten leiden viele Kinder an Pseudokrupp-Anfällen. Virale Atemwegsinfektionen sind dafür häufig die Auslöser. Erleidet das Kind einen Pseudokrupp-Anfall, geraten viele Eltern in Panik, denn sie wissen nicht, was zu tun ist. Wir haben die besten Tipps für dich zusammengeschrieben, wie du dich bei einem Pseudokrupp-Anfall am besten verhältst.

Pseudokrupp: Was ist das überhaupt und woran erkennt man ihn?

Bei einem Pseudokrupp kommt es zu einer Kehlkopfentzündung des Kindes. Die Schleimhäute schwellen an und engen die oberen Atemwege ein, die bei Kindern ohnehin schon sehr eng sind. Kinder, die häufigem Zigarettenrauch ausgesetzt sind oder Übergewicht haben, sind lt. Studien häufiger von einem Pseudokrupp betroffen  – es kann aber jedes Kind im Alter von 18 Monaten bis 5 Jahren treffen.

Der Pseudokrupp tritt meist nachts auf und in den Herbst- und Wintermonaten. Ein untertags harmlos wirkender Husten, entwickelt sich über den Tag hinweg zu Heiserkeit und einem bellenden Husten. Kinder, die einen Pseudokrupp-Anfall haben, werden mit plötzlich akuter Atemnot und einem pfeifenden Atemgeräusch aus dem Schlaf gerissen. Der Pseudokrupp ist nicht einfach nur ein Husten, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die bis zu einem völligen Anschwellen des Kehlkopfes führen kann. Der Pseudokrupp kann unterschiedlich stark auftreten – zwischen 4 Stadien wird unterschieden:

Pseudokrupp Stadium 1: Heiserkeit und eine raue Stimme sind die ersten Anzeichen, bevor ein bellender Husten kommt.

Pseudokrupp Stadium 2: Zum bellenden Husten kommt ein ziehendes, geräuschvolles Einatmen, das auch bei den Rippen erkennbar ist. Das Kind hat akute Atemnot.

Pseudokrupp Stadium 3: Der Puls des Kindes beschleunigt sich, das Kind wird blass, die Lippen färben sich blau

Pseudokrupp Stadium 4: Das Kind wird apathisch, Schnappatmung, bis hin zur Bewusstlosigkeit

Pseudokrupp:  So verhalten sich Eltern richtig

Es gibt ein paar Maßnahmen, die Eltern unbedingt setzen sollten:

  • Ruhig bleiben: Auch wenn es schwer fällt. Nimm dein Kind auf deinen Arm, atme tief und ruhig in den Bauch, um auch das Kind zu beruhigen. Deine Panik und Nervosität übertragen sich sonst auf dein Kind und verschlimmern die Situation.
  • Kühle Luft: Bring dein Kind sofort an das offene Fenster und lass es kühle Luft einatmen. Die kühle Luft bewirkt, dass sich die Verkrampfung löst. Wenn du gerade keine andere Möglichkeit hast um dein Kind an die frische Luft zu bringen oder es zu warm ist, dann setz dein Kind vor den Tiefkühler.
  • Rettung rufen: Falls sich die Atemnot nicht bessert, ruf die Rettung. Mittels Inhalation und Kortisongabe kann die Verkrampfung schulmedizinisch behandelt werden.
  • Falls dein Kind bewusstlos wird, bring es in die stabile Seitenlage und kontrolliere Puls und Atmung
  • Atmet dein Kind nicht mehr, starte mit der Reanimation:
  • Atemwege frei machen
  • 5 Beatmungen, dabei den Kopf nicht zu weit überstrecken
  • Kein Lebenszeichen?
  • 30 Mal Herzdruckmassage und 2 Beatmungen
  • Atmung überprüfen und so lange weitermachen, bis das Kind wieder atmet oder die Rettung eintrifft
  • Bist du mit deinem Kind alleine, alarmiere die Rettung erst nach einer Minute Reanimation und setze sie anschließend fort

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Buch – Erste Hilfe für mein Kind

Erste Hilfe am Kind – Teil 1: Fieberkrampf

Erste Hilfe am Kind – Teil 2: Das gehört in die Kinder-Hausapotheke

 

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