Der Baum der Gesundheit

In der Nähe eines Walds lebte ein alter Holzfäller zusammen mit seiner Frau. Der Holzfäller hieß Michel. Michel arbeitete für den König, dem der Wald gehörte und brachte seinem Dienstherrn jeden Tag geschlagenes Holz um im Winter den Kamin warmzuhalten.
Da das Schloss sehr groß war und viel Holz benötigt wurde um die Räumlichkeiten des Königs zu erwärmen, fällte Michel immer mehr Bäume.
Eines Tages stieß der Holzfäller bei der Arbeit auf eine große alte Eiche. Als er mit der Axt ausholte, um die Eiche zu fällen, sprach der Baum plötzlich:“Bitte Michel lass mich stehen.“
Der Holzfäller erschrak und ließ vor Angst die Axt fallen. Einen sprechenden Baum hat er zuvor noch nie gesehen.
Michel antwortete:“Ich kann dich nicht stehen lassen, mein König braucht dein Holz für den Kamin.“
Der Zauberbaum erwiderte:“Bitte lieber Michel fälle mich nicht, irgendwann werde auch ich dir dafür einen Gefallen tun.“
Schließlich hatte Michel ein Einsehen, er nahm seine Axt und fällte stattdessen eine alte Birke, die er mit ins Schloss nahm.
Die Zeit verging und eines Tages erkrankte Michels Frau. Sie hustete schwer und bekam hohes Fieber. Kein Arzt konnte der armen Frau helfen.
Michel versuchte verzweifelt seine Frau zu pflegen, aber sie wollte einfach nicht wieder gesund werden.
Da erinnerte sich Michel an den Baum, der ihm damals versprach zu helfen. Der Holzfäller ging in den Wald und fand schließlich die Stelle, an der er dem Baum begegnete.
Michel sprach:“Sei gegrüßt Zauberbaum, erinnerst du dich an mich?“
Der Baum antwortete:“Ja Michel, du hast mich damals verschont, wie kann ich dir helfen?“
Der Holzfäller erzählte dem Baum von der Krankheit seiner armen Frau.
Der Baum sprach zu Michel:“ Du hast Glück, ich bin der Baum der Gesundheit. Ich werde deiner Frau helfen. Schneide einfach ein paar Blätter von meinen Ästen ab, trockne sie drei Tage und mach daraus einen Tee. Dann wird deine Frau gesund.“
Michel tat, was ihm der Baum gesagt hatte. Und tatsächlich, als seine Frau den Tee trank, sank das Fieber und auch der Husten hörte einige Tage später auf.
Michel war überglücklich und lebte mit seiner Frau bis ans Ende ihrer Tage.

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