Zweites Kind – Ja, Nein, Vielleicht

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Viele Eltern kennen diese Situation: Das erste Kind erreicht die magische 3-Jahres-Grenze – es steht damit schon quasi kurz vor dem Auszug – und neben den zahlreichen Glückwünschen und Geschenken trudelt auch immer wieder die Frage ein:

Und? Wann kommt das Zweite?

Und kaum ist das zweite Kind geboren:

Jetzt ist dann aber Schluss, oder?

(Bei den Verwandten steigt Panik auf…..)

Aber woher weiß man, dass Schluss ist? Woher weiß man ob man für ein zweites/drittes/viertes…. Kind bereit ist? Oder woher weiß man, dass man noch ein Kind möchte? Was ist mit Argumenten, dass Einzelkinder egoistischer wären, dass sie nicht lernen zu teilen, total verwöhnt werden und ein Projekt der Eltern sind? Was ist mit den Argumenten, dass Sandwichkinder total arm sind, sich nicht geliebt fühlen und die letzten Kinder immer die verwöhnten Nesthäkchen sind? Und warum fragen eigentlich immer alle nach der Familienplanung, die doch wirklich nur das Paar etwas angeht und nicht die gesamte Verwandtschaft? Oder wollen sie beim Zeugungsakt auch dabei sein?

Die rosa-rote-Brille ist nach dem ersten Kind abgelegt. Beim zweiten oder bei weiteren Kindern weiß man, was auf einen zukommt. Und man ist realistisch. Das Bild vom selig 12-Stunden-schlafenden Baby im Gitterbett hat man ebenso abgelegt wie die Hoffnung, dass die Brüste nochmal straff werden oder dass die Schwiegermutter ihre guten Ratschläge für sich behält. Während das erste Kind meist noch eine Bauchentscheidung ist, werden die Überlegungen für ein zweites/drittes/viertes…. Kind mehr vom Kopf gesteuert. Es wird abgewägt, durchgerechnet, kalkuliert, die Wohnsituation hinterfragt, Informationen über ein neues Familienauto eingeholt und ein 18-Jahres-Finanzplan angelegt, ob sich das denn irgendwie ausgehen könnte. Aber nicht nur diese pragmatischen Rahmenbedingungen werden genau geprüft, sondern auch die eigenen Kapazitäten. Schaffen wir noch einmal schlaflose Nächte, Dauerstillen, eine ausgewogene Freizeitgestaltung und Zeit für uns zu finden, wenn wir uns für noch ein Kind entscheiden?

Können wir weiterhin unseren Jobs nachgehen?

Haben wir genug Geld um diverse Feriencamps zu bezahlen oder können wir uns einen zweiten Zwerghamster leisten?

Sind wir bereit unsere endlich wieder erlangte Komfortzone zu verlassen?

Wird mein Beckenboden das Baby erneut bei der Geburt durchwinken wie ein Verkehrspolizist?

Kann ich nochmals eine entspannte Säuglingsmutter sein mit einer Auszeichnung vom Blind-Wickeln-Contest?

Wieviel Zeit haben wir noch, bis sich die letzte Eizelle auf die Reise macht?

Und ist es nicht gerade voll angesagt, mehr als ein oder zwei Kinder zu bekommen?

Während die Gebärmutter schon laut „Jaaaa“ ruft, sagt der Kopf: „Spinnst du?“

Und nicht zuletzt die Frage: Was sagt das Herz? Ist noch ein Platz frei in unserer Familie oder fühlen wir uns schon vollständig?

 

Jetzt bist du dran:

Woher weiß man, dass man für ein zweites/drittes/viertes Kind bereit ist?
Wir sind auf eure Antworten gespannt!

 

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