Onlineshopping für die Familie: Das sollten Eltern beachten

Abbildung 1: Onlineshopping vereinfacht viele Einkäufe. Doch wer auf der Suche nach passenden Schnäppchen ist, sollte einige Aspekte beachten. Bildquelle: @ Thomas Lefebvre / Unsplash.com

Nicht erst in den letzten Monaten hat das Onlineshopping an Fahrt aufgenommen. Per Klick zum neuen Traumkleid, mit wenigen Klicks zum TV-Gerät oder auch zu Musik und Film ist keine Seltenheit. Rund 62,4 Prozent der österreichischen Bürger im Alter von 16 bis 74 Jahren nutzten im vergangenen Jahr das Internet für ihre Einkäufe. Ein Großteil der Einkäufe traf laut einer statistischen Umfrage den Bereich Bekleidung, knapp 23 Prozent entfielen auf elektronische Güter. Und trotz oder gerade wegen der hohen Beliebtheit gibt es Hürden und Fallstricke rund um das Onlineshopping. Eltern treffen diese ebenso wie den onlinebegabten Nachwuchs. Aber worauf sollten Eltern für sich und ihre Kinder achten, wenn sie sich online auf Einkaufstour begeben?

Vorsicht vor Fakeshops

Fakeshops kommen mittlerweile in unterschiedlichen Gewändern. Die meisten von ihnen haben jedoch die Gemeinsamkeit, dass sie auf den ersten Blick immer schwerer zu erkennen sind. Die zwei häufigsten Typen sind:

  • Echter Fake – Betrüger errichten ihren eigenen Shop. Dank Baukastensystemen ist das heute kein Problem mehr. Hinter dem Shop steht natürlich kein echtes Geschäft, auch die eingestellten Produkte existieren nicht. Bei diesen Shops ist die Vorkassenzahlung gängig, sodass die Betrüger das Geld erhalten, die Kunden die Ware nie sehen.
  • Phishingseiten – selbst Anbieter wie Amazon wurden schon Opfer vom Phishingattaken. Bei diesem Shops werden bestehende Onlineshops kopiert. Das geschieht mitunter so professionell, dass der Unterschied nur noch in wenigen Details auffällt. Bestellen Kunden hier, erhalten sie ebenfalls nie die Ware, dafür erhalten Betrüger aber auch ihre Anmeldedaten für den echten Shop und somit weitere Details.

Aber wie können sich Eltern allgemein schützen, damit sie nicht auf Fakes hereinfallen? Das funktioniert in mehreren Schritten:

  • URL prüfen – ist sie sicher und verschlüsselt? Grundsätzlich sollten Online-Shopper niemals über Links zu einem Shop gehen, sondern den Shop eigenständig aufrufen. Noch besser ist es, gerade bei unbekannteren Shops den Namen erst bei Google einzugeben. Die Shop-Aufrufe über Links aus Werbungen oder Bannern ist heikel, da dieser Weg gerne von Phishing-Betrügern gewählt wird.
  • Impressum prüfen – bei unbekannten Shops hilft immer ein Blick ins Impressum. Ist es vorhanden und sind alle Angaben vorhanden? Das allein reicht jedoch nicht, denn Betrüger beachten durchaus die Impressumspflicht einiger Länder – und kopieren schlichtweg bestehende Impressen. Die Details sollten einfach schnell bei Google abgefragt werden. Kopierte Angaben kommen so rasch ans Licht. Werden Angaben doppelt verwendet, ist Vorsicht geboten.
  • Zahlungsoptionen – Betrüger möchten wahlweise Daten von Kunden oder deren Geld. Daher wird oft zur Vorkasse aufgerufen, natürlich ohne die Einbindung von PayPal oder anderer Zahlungsdienstleister, die den Käuferschutz gewährleisten. Gerade bei sehr günstigen Angeboten, die beinahe schon unmöglich wirken, sollte niemals per Vorkasse gezahlt werden. Ein Beispiel: das neue Samsung Galaxy Note 20 Ultra. Es kostet mindestens 1.200 Euro. Bietet ein unbekannter Shop das Gerät nun für 500,00 Euro an, ist extreme Vorsicht geboten.

Wer sich unsicher ist oder sich zusätzlich absichern möchte, der kann immer den Shop in Verbindung mit dem Wort »Erfahrungen« googeln. Negative Erfahrungen werden meist geteilt und tauchen weit oben in den Suchergebnissen auf.

Preise vergleichen

Wer kennt es nicht? Man hat online gerade die Traumjacke oder die besten Boxen ergattert und freut sich, weil der Preis so günstig war. Und dann? Wahlweise erzählt die beste Freundin davon, die Jacke zum halben Preis gekauft zu haben oder die Werbeeinblendungen offenbaren ebenfalls wesentlich günstigere Preise. Und nun? Jetzt heißt es, sprichwörtlich ›die Kröte zu schlucken‹, es aber beim nächsten Mal besser zu machen:

  • Preisvergleich – dank Preissuchmaschinen geht er heute sehr fix. Wer für sich selbst schon einige Onlineshops als liebste Shoppingmeilen favorisiert hat, der sollte wenigstens bei drei Anbietern die Preise vergleichen.
  • Preisverlauf – für Schnäppchen ist der Preisverlauf eines Produkts sehr interessant. Er offenbart nämlich häufig, dass der günstige Sommerschlusspreis eventuell teurer ist, als der Herbstpreis.
  • Aktionen – bei Aktionen hilft ebenfalls der Preisverlauf. Nicht jeder Händler ist fair bei Rabatten. Einige schlagen die Rabatte zuvor auf den Preis, sodass der Normalpreis höher ist, der Rabattpreis hingegen der sonstige Normalpreis. Andere nehmen es mit dem Rabatt überhaupt nicht genau und beweisen ihre Rechenkünste: Der Normalpreis wird beworben, dafür wird ein um die Prozente des angeblichen Rabatts erhöhter Altpreis ersonnen und hübsch durchgestrichen. Die Folge: Der Händler verkauft zum Normalpreis und der Kunde freut sich, ein Schnäppchen gemacht zu haben, welches nur auf dem virtuellen Preisschild existiert.

Lieferbedingungen beachten

Auch die Lieferbedingungen können beim Onlineshopping tückisch sein. Vielen ist natürlich die Lieferzeit wichtig. Wie wird sie angegeben? Bei ausländischen Shops sollten die Lieferbedingungen genauer betrachtet werden. Gut möglich, dass ein Paket von Rosenheim nach Kufstein plötzlich doppelt so lange dauert, weil eine Grenze überquert werden muss. Außerdem ist wichtig:

  • Transportbedingungen – bei größeren Lieferungen, gar bei Speditionswaren, kommt es auf das Kleingedruckte an. »Lieferung nach Hause« ist nämlich mehrdeutig und kann sich auf den Bordstein am Straßenrand zwanzig Meter vor der Eingangstür beziehen.
  • Versandkosten – gerade für Schnäppchenjäger sind die Versandkosten wichtig. Sie können nämlich schnell einen niedrigen Preis zunichtemachen. Daher sollten Einkäufe immer zusätzlich mit den Versandkosten berechnet und verglichen werden. Es bringt nichts, wenn die Versandkosten jegliche Ersparnis aufzehren, vor allem, wenn teurere Shops versandkostenfrei liefern.

Zuletzt spielt der Versanddienst eine Rolle. Viele Bürger haben mit einigen Anbieter Schwierigkeiten, weil Pakete nicht geliefert werden, obwohl jemand daheim war. Andere bieten keine Paketstationen oder Paketshops in der näheren Umgebung. Bei der Wahl eines guten Onlineshops sollte daher auch stets nachgeschaut werden, mit welchen Diensten der Shop versendet.

Abbildung 2: E-Commerce funktioniert auch mobil - doch auch hier sollten Eltern auf Fake-Shops und Konditionen achten. Bildquelle: @ Yura Fresh / Unsplash.com
Abbildung 2: E-Commerce funktioniert auch mobil – doch auch hier sollten Eltern auf Fake-Shops und Konditionen achten. Bildquelle: @ Yura Fresh / Unsplash.com

Fazit – Shoppinggenuss mit Wachsamkeit

Es klingt zuerst furchtbar aufwendig, was alles auf der Suche nach einem Shop beachtet werden soll. Das ist es aber nicht, denn die Vorgehensweise geht schnell in Fleisch und Blut über. Es ist nichts anderes, als beim Shopping vor Ort: Auch im Geschäft wird das Produkt begutachtet, die Nähte überprüft und mit ähnlichen Produkten verglichen. Statt des eingedellten Kartons nimmt man den Karton ohne Schäden. Genau so funktioniert das Onlineshopping auch, wobei hier statt nach offenen Nähten oder Dellen und Kratzern nach Betrügern, falschen Rabatten und nachteiligen Lieferbedingungen geachtet wird.

TEILEN