Impfkalender 2018 – Was, Wann und Wieso impfen

Kind bekommt eine Spritze in den Arm
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Der österreichische Impfkalender 2018

Die Informationen des Impfplans 2018 wurden der Website des Bundesministeriums für Gesundheit, Arbeit, Soziales und dem Konsumentenschutz sowie den Mitgliedern des nationalen Impfgremiums, einer Instanz von ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen entnommen und von uns als Grafik vereinfach dargestellt. Er soll als Orientierung gelten und helfen eine Übersicht über anstehende mögliche Impfungen zu erhalten. Der Impfkalender enthält einerseits Kinderimpfempfehlungen, die kostenfrei und andererseits Impfungen, die kostenpflichtig sind, aber trotzdem für den Individualschutz empfohlen werden. Welche Impfungen letztlich verabreicht werden bleibt in der Entscheidungskraft der Eltern, da es in Österreich keine gesetzlich vorgesehene Impfpflicht gibt. Im Folgenden wird der Impfkalender 2018 beschrieben und chronologisch die empfohlenen Impfungen erklärt.

>>>Hier kannst du dir den Impfkalender 2018 als PDF downloaden!

IMPFEMPFEHLUNGEN 2018 – kostenfrei

Impfung gegen ROTAVIRUS – Erkrankungen

WANN? Die Schluckimpfung ist eine Impfung, welche bereits bereits ab der 6. Lebenswoche verabreicht werden kann. Insgesamt sind je nach Impfstoff 2-3 Impfungen notwendig.

Krankheitsverlauf? Rotaviren sind höchst ansteckend, führen zu Brechdurchfall und kommen vorwiegend bei Säuglingen und Kleinkinder vor.

 

6 – Fach – Impfung: Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus infl. B, Hepatitis B

WANN? Laut österreichischem Impfplan wird derzeit eine Impfung im 3. und 5. Lebensmonat, sowie eine Auffrischungsimpfung im 12. Monat empfohlen. Der Sechsfachimpfstoff soll gegen folgende Infektionskrankheiten schützen:

  • Diphtherie à Die lebensbedrohliche Erkrankung wird durch Gifte von Bakterien verursacht und führt zu Geschwüren an den Schleimhäuten. Sie wird durch Tröpfcheninfektion weitergegeben.
  • Tetanus (Wundstarrkrampf) à Tetanuserreger kommen oft über kleine Wunden und Verletzungen am Körper in den Organismus und führen zu Nervenblockaden. Die Kau- und Atemmuskulatur wird eingeschränkt und im weiteren Verlauf kann es zu krampfartigen Starren und Anfällen kommen. Tetanus kann wie Diphtherie lebensbedrohliche Folgen haben.
  • Pertussis (Keuchhusten) à Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion weitergegeben wird. Pertussis geht mit 30-40 schweren Hustenanfällen pro Tag einher und kann im Weiteren zu Lungenentzündung, Bronchitis und Asthma führen.
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung) à kurz Polio genannt ist eine sehr ansteckende Viruserkrankung, die in Österreich durch den breiten Einsatz von Impfstoffen rasch zurückgedrängt werden konnte, die es allerdings in vielen Regionen der Erde nach wie vor gibt. Je nach Schweregrad der Poliomyelitis reichen die Symptome von Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit zu Muskelschwäche und schlaffen Lähmungen im Bereich der Beine und des Zwerchfells.
  • Haemophilus Influenza Typ B (invasive HiB-Erkrankung) à die HiB – Bakterien siedeln sich meist im Mund/Rachenraum an, führen zu hohem Fieber und meistens einer Infektion der Atemwege. Wenn das Bakterium in die Blutbahn eindringt, kann es zu einer lebensgefährlichen Hirnhaut-Entzündung (Meningitis) kommen.
  • Hepatitis B à auch als Gelbsucht bekannt führt diese Krankheit zu Müdigkeit, Leistungsschwäche, Gelenks- und Gliederschmerzen, sowie Fieber, Übelkeit und Verdauungsproblemen. Im weiteren Verlauf zerstören die Hepatitis-B-Viren die Leberzellen, die Haut und Augen färben sich gelb.

 

Impfung gegen Pneumokokken

Wann? Es ist eine Impfung im 3. und 5. Lebensmonat vorgesehen, sowie eine Auffrischungsimpfung um den ersten Geburtstag herum.

Krankheitsverlauf? Eine Erkrankung an Pneumokokken führt zu hohem Fieber, Schmerzen in der Brust und Atemnot und kann eine Vielzahl anderer Krankheiten verursachen: schwere Lungen- oder Gehirnhautentzündungen, Entzündungen des Mittelohres oder auch Blutvergiftungen. Im Rahmen des Impfprogrammes, ist die Impfung gegen Pneumokokken kostenlos, wenn sie in den ersten 2 Lebensjahren gemacht wird. Zu diesem Zeitpunkt ist das Immunsystem von Säuglingen und Kindern am empfindlichsten.

Für Risikokinder[1] ist die Auffrischung der Pneumokokken-Impfung zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr gratis.

 

Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln

Wann? Die MMR – Impfung wird ab dem 10. Monat empfohlen und beinhaltet 2 Teilimpfungen. Im Erwachsenenaltern kann und soll die Impfung auch aufgefrischt werden.

Krankheitsverläufe?

  • Masern à Masernviren werden über die Luft beim Husten oder Niesen übertragen und gelten als eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten. Der Krankheitsverlauf beginnt mit Fieber, Schnupfen und Husten, danach breitet sich ein roter Hautausschlag am ganzen Körper aus. Weitere Komplikationen wie Mittelohrentzündungen, Durchfall, Lungenentzündung oder Krampfanfälle sowie eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) können sich ergeben. Die subakute sklerosierende Panenzephalitits, kurz SSPE genannt, ist eine seltene Spätkomplikation, die erst 6-8 Jahre nach einer Maserninfektion auftritt.
  • Mumps à Der Mumpsvirus wird über Tröpfcheninfektion übertragen und führt im Krankheitsverlauf zu Husten und Halsschmerzen und typischerweise zu einer Anschwellung der Speicheldrüsen. Weiters kann eine Entzündung der Gehirnhäute auftreten. Bei männlichen Jugendlichen und Männern verursacht Mumps in 10% bis 30% eine schmerzhafte Schwellung und Entzündung der Hoden, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Bei Frauen können wiederum Eierstockentzündungen die Folge sein.
  • Röteln à Der Rötelvirus wird ebenfalls über Tröpfchen übertragen. Folgende Krankheitszeichen folgen nach einer Ansteckung mit dem Virus: die Lymphknoten können schmerzen, ein blassrosa Ausschlag breitet sich über die Ohren auf den Rücken aus. Bei Frauen können Gelenksschmerzen auftreten. Vor allem bei Schwangeren ist eine Ansteckung mit Röteln gefährlich, da er sich auf das ungeborene Baby übertragen und zu Fehlbildungen oder einer Früh/Fehlgeburt führen kann.

 

IMPFEMPFEHLUNGE 2018 – KOSTENPFLICHTIG

Meningokokken

Meningokokken sind Bakterien, die lebensbedrohliche Gehirnhautentzündungen und Blutvergiftungen auslösen können. Momentan sind 13 unterschiedlichen Bakterien-Typen bekannt, wobei in Österreich die Gruppe B und die Gruppe C hauptverantwortlich für die meisten Erkrankungsfälle sind.

Meningokokken B

Wann? Ab dem 3. Lebensmonat wird die erste Impfung verabreicht. In einem Abstand von 4 Wochen sind 3 Teilimpfungen notwendig und ab dem 13. Lebensmonat eine weitere.

Meningokokken C

Wann? Die Impfung wird ab dem 13. Lebensmonat einmalig verabreicht.

Die Impfung gegen Meningokken der Gruppe ACWY wird vor allem Jugendlichen empfohlen, wenn es vermehrt zu Gruppenveranstaltungen und dem ersten Zusammenleben in Wohngemeinschaften kommt. Die Impfung ist kostenfrei, wenn sie zwischen dem vollendeten 10. und 13. Lebensjahr stattfindet.

 

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Wann? Ab dem 13. Lebensmonat kann gegen umgangssprachlich „Zecken“ geimpft werden. Nach 3 Monaten nochmals. Die erste Auffrischung erfolgt nach 3 Jahren und danach soll alle 5 Jahre geimpft werden.

Krankheitsverlauf? Das Virus kann zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) führen. In Österreich gilt kein Bundesland als zeckenfrei.

 

Impfung gegen Varizellen (Feuchtblattern)

Wann? Ab dem 13. Lebensmonat kann gegen Feuchtblattern geimpft werden. Vorgesehen sind 2 Impftermine im Abstand von 4 Wochen, also im 13. und 15. Lebensmonat.

Krankheitsverlauf? Der juckende Hautausschlag und die wasserklaren Bläschen sind höchst ansteckend und können im schlimmsten Fall zu Gehirnhaut- und Hirnhautentzündung, Lungenentzündung, Leberentzündung und andere Infektionen führen. In der Schwangerschaft kann die Ansteckung mit Varizellen schwere Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben.

 

Impfung gegen Hepatitis A

Wann? Der Impfplan sieht eine Impfung ab dem vollendeten 12. Lebensmonat vor und eine Auffrischungsimpfung nach 6 Monaten. Vor allem vor Eintritt in den Kindergarten und Schule ist eine Impfung empfohlen.

Krankheitsverlauf? Hepatitis A wird über Schmierinfektion übertragen (fäkal/oral über den Stuhl), verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel. Bei Kindern kann der Krankheitsverlauf mild ausfallen, aber vor allem bei Erwachsenen nimmt die Schwere der Erkrankung zu. Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten, aber auch schwere Verläufe der Krankheit sind möglich.

 

Impfung gegen Influenza

Wann? Empfohlen ist die Influenza – Impfung ab dem vollendeten 6. Lebensmonat. Danach soll sie jährlich aufgefrischt werden.

Krankheitsverlauf? der Influenza-Virus kann zu hohem Fieber, starken Kopf- und Muskelschmerzen, Halsschmerzen, Durchfall und Erbrechen führen. Die echte Virusgrippe kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

[1] https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/pneumokokken

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