Alleinerzieher: Alarmstufe rot! Wir sind krank. Teil 3

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Mein NOTFALLPROGRAMM

Was also tun, wenn das zu Hause zur Krankenstation wird und man sich alleine durchkämpfen muss? Sich einfach ins Bett legen und die Augen zu machen funktioniert natürlich nicht. Man hat ja schließlich keine Wahl. Als bei mir und meinem Sohn in den letzten Wochen das Chaos ausgebrochen war, habe ich auf folgende Notfalllösungen zurückgegriffen, die es wenigstens ein klein wenig erträglicher gemacht haben.

  • Ausnahmen machen

Wenn man krank ist, darf man ruhig von seinen sonst so tollen Ansprüchen ein bisschen runterfahren. Lange habe ich deswegen mit mir gehadert. Viele Dinge wollte ich so nicht, aber Tatsache ist, dass es oft Entlastung bedeutet. Und so habe ich abgewogen, was wohl das kleinere Übel ist. Mein Kind, das mal ein paar Tage zwischendurch fernsehen darf (obwohl es entwicklungspsychologisch noch lange nicht soweit ist, um zu verstehen, was fernsehen ist) oder eine völlig frustrierte und überforderte Mama, die neben sich steht. Ich habe mich für die Variante mit dem Fernseher entschieden. Das Resultat war gar nicht mal so schlimm. Mein Sohn kannte es nicht, er schaute wenig hin, weil er bei mir gesehen hat, dass es kaum Bedeutung hat. Erst nach einiger Zeit, nachdem er es kennenlernte, hatte es den Effekt, dass er sich mit seinen Spielsachen länger beschäftigte, da er immer wieder mal hinsah. Das völlig gebannte Hinstarren, was ich befürchtete, blieb Gott sei Dank aus.

  •  Essen auf Sparflamme

Viele würden jetzt sagen, es müsse nicht immer ein aufwendiges Essen sein, man könne auch mal etwas schnelles, einfaches zubereiten. So. Die Sache ist nur die, dass das bereits unser Alltag ist. Er besteht aus maximal 10-Minuten-Gerichten. Wie soll man das noch reduzieren? Ja, es gibt eine Lösung, aber die besteht in Planung und Vorsorge. Es klappt nur, wenn man an „guten Tagen“ bereits an die „schlechten Tage“ gedacht hat. Ich bin froh, dass ich das bereits getan habe. Denn so habe ich einfach jedes einzelne Mal, wenn ich gekocht habe, eine größere Menge zubereitet und den Rest dann eingefroren. So hat man in Zeiten, in denen man es schlichtweg nicht schafft sich um das Essen zu kümmern, eine Reserve auf Lager, auf die man beruhigt zurückgreifen kann.

  • Trotzdem an die frische Luft gehen

Natürlich den Bedingungen entsprechend gekleidet….

Die frische Luft tut gut, auch wenn man am Liebsten das Bett hüten würde. Aber das funktioniert ja ohnehin nicht. Daher einfach die Sachen packen und ab nach draußen, dort kann man meist für eine kurze Zeit ein bisschen auftanken. Notfalls sogar ab zum Spielplatz und böse Blicke in Kauf nehmen, dass man sich trotz Krankheit in die Nähe von Kindern traut…

  • Besonderes Spielzeug

Richtig bezahlt gemacht hat sich auch, dass meiste Spielzeug wegzuräumen, sodass immer nur wenige ausgewählte Sachen griffbereit sind. So kann man dann neues Spielzeug hervorkramen, das  wieder interessant ist und ein bisschen länger beschäftigt. Auch ist es eine gute Idee, wenn man sich  vorab schon Spielideen überlegt und eventuell eine Liste anlegt. Die kann man dann zur Hand nehmen, wenn man durch Krankheit, Stress oder ähnliches einfach keinen Kopf für solche Dinge frei hat. Auf dieser Liste können Dinge stehen wie zb: Kind in eine Schachtel setzen und herumdrehen oder zur Musik tanzen lassen.

  • Online einkaufen

Wenn man gar nicht nach draußen gehen kann oder mag – aber auch wenn man geschwächt ist, und keine Kraft hat, um Einkäufe und Kind in die Wohnung zu bringen – dann empfiehlt es sich den Einkauf einfach per Internet zu erledigen. Egal ob Lebensmittel, Kleidung oder anstehende Besorgungen (inklusive Geburtstagsgeschenke), alles lässt sich bequem am Laptop ordern und wird dann auch in den 4. Stock gebracht. Bei größeren Mengen auch ohne Versandkosten. Rennerei, Quengelei und Nervenzehrerei kann man so einfach aus dem Weg gehen. Empfehlenswert!

Leider wars das auch schon mit meinen Tipps, viel mehr ist mir bisher nicht eingefallen, wie ich uns das Leben in solch herausfordernden Phasen leichter gestalten kann – ohne dabei auf Hilfe von anderen Menschen angewiesen zu sein. Trotzdem hoffe ich, dass das ein oder andere hilfreich ist 🙂

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