Wie funktioniert eigentlich Wechselstillen?

wechselstillen
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Wechselstillen ist eine effektive Methode und Technik, die dann angewendet wird, wenn das Kind nicht gut gedeiht und die Milchmenge erhöht werden muss.

Viele Stillende glauben, dass sie zu wenig Milch haben, wenn ihr Baby an der Brust weint oder nach dem Stillen noch unruhig ist. Es ist auch kein schöner Gedanke, dass das eigene Baby von der Muttermilch womöglich nicht satt wird, denn jede Mutter wünscht sich ein zufriedenes Baby. Babys weinen aber nicht immer weil sie Hunger haben, sondern vielleicht haben sie einen Wachstumsschub, werden krank, fühlen sich unwohl etc. Die Gründe können ganz verschieden sein und müssen nichts mit der Milchmenge zu tun haben. Ob zu wenig Milch vorhanden ist oder dein Kind nicht gut gedeiht, kann durch eine Stillberaterin festgestellt werden, die euch auch beim Stillen beobachtet und kontrolliert, ob du z.B. dein Kind richtig anlegst und es eine richtige Saugtechnik hat. Aber noch andere Faktoren spielen eine Rolle:

  • Dein Baby hat sechs bis acht nasse Windeln am Tag und mindestens 3 Mal Stuhlgang
  • Dein Baby nimmt zu
  • Dein Baby ist aktiv
  • Seine Haut ist elastisch
  • Die Schleimhäute sind feucht
  • Die Fontanelle ist nicht eingefallen
  • Hörbares Schlucken während des Saugens an der Brust (etwa 10 Minuten lang)
  • Entspannte Hände, öffnen der Fäuste beim Stillen

Reicht die Milchmenge tatsächlich nicht aus oder hat sie sich reduziert, dann gibt es eine effektive Methode, um sie wieder zu steigern: Das Wechselstillen.

 

Wie funktioniert Wechselstillen?

Du legst dein Baby an und stillst es, so lange es wirkungsvoll und kräftig saugst – d.h., wenn es nach mindestens jeder zweiten Saugbewegung auch gut hörbar schluckt. Wenn dein Baby beim Trinken langsamer und nicht mehr effektiv saugt, nimmst du es von der Brust, lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen, fährst die Wirbelsäule entlang, um wieder eine Aufmerksamkeit zu bekommen. Bevor du dein Kind nun anlegst, kannst du dich leicht vornüberbeugen und die Brust leicht schütteln.  Dann legst du es an die andere Brust und stillst es dort, so lange es effektiv saugt. Und dann wieder im Wechsel zurück an die andere Brust, nachdem du es wieder ermuntert hast. Pro Stillmahlzeit solltest du mindestens zwei Mal wechseln und es sollte mindestens 30 Minuten lang dauern. Tagsüber alle zwei Stunden, nachts mindestens alle 4 Stunden.

Durch den mehrmaligen Wechsel werden mehrere Milchspendereflexe ausgelöst und das Kind erhält so auch die kalorienhaltige Hintermilch. Durch die verstärkte Stimulation wird die Milchbildung angeregt.

Unterstützen kannst du das Wechselstillen noch durch eine Brustkompression. Wenn dein Baby meckert oder während der Stillmahlzeit weniger trinkt, dann kannst du mit einer Brustkompression nachhelfen. Nimm deine Brust in die Hand, 4 Finger unten, der Daumen oben. Dann streichst du die Milch in den Mund des Babys – so wird die Brust effektiv geleert.

 

Neben dem Wechselstillen und der Brustkompression sind aber auch

  • viel Hautkontakt für die Bildung von Oxytocin und Prolaktin,
  • Ruhe und Entspannung
  • ausreichend Flüssigkeitszufuhr (2,5Liter Wasser pro Tag sollte eine Stillende trinken)
  • nächtliches Stillen
  • eventuell zusätzliches Abpumpen
  • Brustmassagen während dem Stillen
  • und milchfördernde Lebensmittel und Zusätze wie Bockshornkleesamen, Himbeersirup, Geissrauten und Milchbildungskugeln wichtig.

 

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