Fasten: Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen

Fasten – heute beginnt sie wieder, die Fastenzeit. Die Zeit, in der sich viele Menschen vornehmen, auf gewisse Luxusgüter oder Angewohnheiten zu verzichten: Sie wollen keine Süßigkeiten essen, weniger telefonieren, kein Fleisch essen, weniger rauchen. Doch was hat es mit dem Fasten auf sich, was ist der Unterschied zwischen Fasten und Heilfasten und warum ist Fasten gesund?

 

1. Was ist der Unterschied zwischen Fasten und Heilfasten?

Beim Fasten verzichtet man freiwillig einen gewissen Zeitraum auf bestimmte Nahrungsmittel oder gänzlich auf feste Nahrung und auf Genussmittel. Zum Verzicht gehören auch Gebete und Besinnung, wenn es das religiös motivierte Fasten geht.

Beim Heilfasten steent der gesundheitliche Aspekt und  die körperliche Regeneration im Vordergrund. Durch den Verzicht auf Nahrung fühlen sich die Fastenden gereinigt und entlastet.

 

 

2. Was bewirkt Fasten?

In der Naturheilkunde hat das Entgiften eine lange Tradition. Auch wenn es keine wissenschaftliche Belege gibt, verbessert das Fasten einige körperliche Abläufe wie etwa die Selbstreinigung des Darms, die Fettleber erholt sich, Blutfette werden abgebaut und das Immunsystem wird gestärkt.

Fasten ist wie ein Frühjahrsputz für den Körper, der vermehrt Serotonin ausschüttet und somit für eine bessere Laune und mehr Leistungsfähigkeit sorgt.

 

3. Ist Fasten eine Diät?

Nein. Fasten ist keine Diät und eignet sich auch nicht dazu. Stattdessen kann es ein Einstieg in eine Ernährungsänderung sein. Wie alle Crashdiäten fördert auch Fasten den Jojo-Effekt. Der Körper lernt in dieser Zeit mit weniger Kalorien auszukommen, verwertet und lagert die Energie dann nach dem Fasten aber besonders gut ein. Fasten greift auch nicht nur die Fettdepots an, sondern auch das Muskeleiweiß.

 

4. Wieviele Tage fasten?

Die religiöse Fastenzeit ist auch 40 Tage begrenzt  – eine gute Dauer um Gewohnheiten zu ändern, denn der Körper braucht gut 21 Tage, bis er Neuerungen annimmt, ohne in alte Verhaltensmuster zu fallen.

Die Fastenzeit ohne feste Nahrung sollte mindestens 10 Tage dauern, aber 5 Wochen nicht überschreiten, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen kann.

Besonders die ersten Tage sind für Fastende besonders anstrengend: Hungergefühl, ein knurrender Magen, Kopfschmerzen, Schwingel, Kältegefühl und Abgeschlagenheit. Sind die ersten Tage überstanden, verschwinden auch diese Nebenwirkungen.

 

5. Warum an Aschermittwoch beginnen?

Ob es nun Aschermittwoch ist oder ein anderer Tag: Wichtig ist, sich auf die Fastenkur vorzubereiten und sich dafür Zeit zu nehmen. Die ersten Tage sollten Entlastungstage sein, an denen es keine schweren Speisen gibt, sondern vorwiegend Obst, Reis oder Rohkost.

Zu Beginn des Fastens sollte auch der Darm entleert werden – entweder mit einem Einlauf oder einem Glas Glaubersalz, das eine abführende Wirkung hat.

 

6. Was dürfen Fastende essen?

Das kommt darauf an, welches Programm man sich aussucht: Es gibt Fastenmethoden mit ausschließlich heißer oder kalter Flüssigkeit, Semmeln und Obst, aber auch Obst- und Gemüsesäfte, Kräutertees und Gemüsesuppe ohne Einlage mittags.

fastenzeit

7. Ein großes Festmenü zum Ende der Fastenzeit?

Nein. Es würde weder schmecken, noch würde es einem gut tun, denn der Körper muss sich erst langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen. Das kann zu Beginn ein püriertes Gemüse oder ein geriebener Apfel sein. Nach und nach dürfen dann weitere Nahrungsmittel hinzukommen, wie Obst, Joghurt und Getreideprodukte.

 

8. Warum stinkt man beim Fasten?

Fasten verändert den Körpergeruch und so ist gute Hygiene ein Muss. Ausgelöst wird der Geruch durch die Stoffwechselveränderung und dem leeren Magen, die beide zu vermehrtem Schwitzen führen können, aber auch zu Mundgeruch. Mehrmals täglich Zähneputzen und Duschen ist daher ratsam.

 

9. Wer darf nicht Fasten?

Kinder unter 14 Jahren, Schwangere, Stillende und Krebspatienten sollten aufs Fasten verzichten, aber auch Menschen mit einer chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes,  Bluthochdruck oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

 

10. Wie hält man durch?

Gut ist es, in einer Gruppe zu fasten und sich gegenseitig zu motivieren. Auch Fastenkliniken können beim Durchhalten unterstützen. Sinnvoll ist es auch zu überlegen, wie Leerstellen und Freiräume gefüllt werden können – was kann ich also mit mir anfangen?

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