3 Kinder in einem Zimmer – geht das?

„Was, du hast drei Kinder?“
„Ja, drei Kinder.“
„Wie alt?“
„2 Kinder im Volksschulalter, 1 Kind unter 3.“
„Ist eure Wohnung denn groß genug für drei Kinder?“
„Ja, klar.“
„Und wie macht ihr das mit den Kinderzimmern?“
Die Frage nach dem Kinderzimmer kommt in fast jedem Gespräch vor, wenn die genaue Kinderanzahl rauskommt. Die klassische 4-Zimmer Wohnung mit 1 Schlafzimmer für die Eltern und 2 Kinderzimmer scheint für eine 5-köpfige Familie schier zu klein zu sein. Schließlich würde das ja bedeuten, die Kinder müssten sich die Zimmer teilen und irgendwie ist das dann ja furchtbar unfair. Wegen Rückzug und so. Ich erzähle euch mal, wie wir es gelöst haben.

 

Vor dem Umbau ist nach dem Umbau

Der Beginn

Eingezogen sind wir in unsere 4-Zimmer-Wohnung mit einem Baby und einem weiteren im Bauch. Die Aufteilung war klar: Wir schlafen im größten Zimmer, zwecks Familienbett, Beistellbett und so. Also wurde die Wohnung eingerichtet: Das größte Zimmer wurde das Schlafzimmer für die ganze Familie. Das Kinderzimmer wurde untertags kommt genutzt, sondern nur zum Wickeln verwendet und als Stauraum für allemöglichen Utensilien, die wir dann nur wenig verwendeten: Kinderwagen, Wippe, eine kleine Sitzgarnitur. Und ein Kasten war drin. Das Kinderzimmer war Mittel zum Zweck, denn die Kinder waren ohnehin den meisten Tag um mich herum. So wanderte das ursprünlich im Kinderzimmer geplante Spielregal ins Wohnzimmer, denn dort war unser Mittelpunkt.

Fazit: Für die Babyzeit war ein eigenes Kinderzimmer bei uns überflüssig.

 

Nummer 3 kam zu uns

Als wir davon erzählten ein drittes Kind zu erwarten, kam die Frage, wo wir es denn unterbringen wollen oder ob wir umziehen. Nein, warum auch? Mittlerweile wanderte ein Stockbett ins Kinderzimmer, denn die Kinder haben das Familienbett verlassen und schlafen zusammen in einem Bett (das Stockbett ist hübsch, erfüllt aber nicht seinen Zweck). Also ist für Nr. 3 genug Platz bei uns im Zimmer, wie bisher auch.

Über einen kurzen Zeitraum haben wir unsere beiden Großen räumlich getrennt, weil ich ihre Streitereien nicht mehr ausgehalten habe. Die Schwangerschaft war beschwerlich und hat mir sehr zugesetzt – ich wollte so wenig Konflikte wie möglich. Nur machten die Kinder da nicht lange mit. Sie zogen wieder zusammen. Und mit dazu kam auch Minimi, die nun auch im Geschwisterbett schlief und viel früher das Familienbett verlasste, als mir lieb war. Obwohl ich mich schnell an die Umstellung gewöhnt hatte.

 

Von Schulkindern….

Klar war, wenn Frau L. in die Schule kommt, bekommt sie ihr eigenes Zimmer. Um Ruhe zu haben, um sich zurückziehen zu können. Wir haben ihr Zimmer als adaptiert, neu gestrichen, sie durfte sich Wandtattoos aussuchen und einen Schreibtisch. Sie freute sich sehr. Ihr Zimmer war wirklich hübsch. Nur sie war nicht drinnen, sie war bei den Schwestern. Irgendwann hörte ich es nachmittags poltern – sie verschob ihren Schreibtisch ins andere Zimmer. Sie will bei ihren Schwestern sein.

Mit zwei Schulkindern nun haben wir noch einmal alles umgekrempelt: Wir tauschten Zimmer, denn an eine Aufteilung ist nicht zu denken. Weil 11 m2 für zwei Kinder recht eng sind, tauschten wir mit ihnen und zogen ins kleine Zimmer. So haben sie ein größeres Kinderzimmer und Platz für ihre Schreibtische, ihre Regale, ihre Schulsachen und ihre Spielsachen. Sie fühlen sich damit sehr wohl. So haben auch drei Kinder in einem Kinderzimmer kein Problem.

 

Wir haben einige Zeit gebraucht, uns von der Vorstellung zu verabschieden, dass jedes Kind das eigene Zimmer braucht. Sie wollen es gar nicht. Der Mensch ist ein Rudeltier, er mag die Gesellschaft und die Geselligkeit. Es geht alles, wenn man will. Streitereien gehören dazu, ich glaube aber nicht, dass sie weniger werden, nur, weil die Kinder sich die Zimmer nicht teilen.

Bei uns teilen sich also 3 Kinder ein Zimmer von 15m2 – und sie lieben die Gemütlichkeit, das Urige, die Nähe. Wer einmal Ruhe möchte, der darf es immer sagen und dann muss es auch respektiert werden.

Mit der passenden Einrichtung und dem Anrecht auf Eigentum, das der andere nicht verwenden darf, klappt es mit der Zimmerteilung ganz gut. Raumteiler oder Vorhänge als optische Elemente unterstützen auch die Kinder, auf den Bereich des anderen Rücksicht zu nehmen. Und solange sie nicht den Wunsch äußern, werden wir auch nichts daran ändern.

 

 

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